Autor wegen Beleidigung von Philipp Amthor zu Geldstrafe verurteilt – und die Debatte um § 188 flammt auf
Admin UserAutor wegen Beleidigung von Philipp Amthor zu Geldstrafe verurteilt – und die Debatte um § 188 flammt auf
Ein deutscher Autor wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er den CDU-Politiker Philipp Amthor vor vier Jahren in einem Tweet als „rassistischen Arsch“ bezeichnet hatte. Das Verfahren stützte sich auf Paragraf 188 des Strafgesetzbuchs, der die Beleidigung von Politikern unter Strafe stellt. Dem Autor drohen nun 90 Tagessätze – sofern er das Urteil nicht innerhalb von zwei Wochen anfechtet.
Der umstrittene Tweet des Autors blieb zunächst unbeachtet, bis dieser ein Jahr später die AfD-Politikerin Anna Leisten als „Nazi“ bezeichnete. Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft ein Verfahren ein und verfolgte den Fall im öffentlichen Interesse. Die Anklage basierte auf Paragraf 188, der eine Verjährungsfrist von fünf Jahren vorsieht.
Gegen den Autor erging ein Strafbefehl – ein in mehr als der Hälfte aller deutschen Strafverfahren angewandtes Instrument, das eine Verurteilung ohne Gerichtsverhandlung ermöglicht. Das Gericht begründete sein Urteil damit, dass die Äußerungen des Autors Amthors öffentliche Arbeit „erheblich beeinträchtigt“ hätten. Zwar setzte der Autor sich später in der Berufung durch, warnte jedoch, dass normale Bürger ohne juristisches Fachwissen in ähnlichen Fällen kaum eine Chance hätten.
Inzwischen kritisierte der UN-Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit das Gesetz als fehlerhaft. Der Autor argumentiert, es schüre eher Hass gegen Politiker, als sie zu schützen. Wird innerhalb von zwei Wochen kein Einspruch eingelegt, wird das Urteil rechtskräftig.
Der Fall wirft erneut die Debatte um Paragraf 188 und seine Auswirkungen auf die Meinungsfreiheit auf. Die gegen den Autor verhängte Strafe bleibt vorerst vollstreckbar, sofern er nicht Berufung einlegt. Juristen und Menschenrechtsorganisationen hinterfragen weiterhin, ob solche Gesetze den richtigen Ausgleich zwischen dem Schutz von Politikern und der Bewahrung einer offenen Debattenkultur finden.






