Berlin führt umstrittene Ausbildungsabgabe ab 2028 ein – Start-ups protestieren
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Die Berliner Landesregierung hat eine neue Ausbildungsabgabe eingeführt, um Unternehmen zu mehr Lehrstellenangeboten zu bewegen. Die vom Abgeordnetenhaus beschlossene Regelung tritt 2028 in Kraft. Betroffen sind Betriebe mit mindestens zehn Beschäftigten – sie müssen künftig eine Ausbildungsquote erfüllen oder eine Strafe zahlen.
Die Abgabe richtet sich gegen Unternehmen, deren Ausbildungsquote unter dem Bundesdurchschnitt von 4,6 Prozent liegt. Rund 25 Prozent der Berliner Firmen werden die Vorgabe treffen, während kleinere Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitenden ausgenommen bleiben. Nicht konforme Unternehmen zahlen in einen Topf ein, aus dem jährlich voraussichtlich 75 Millionen Euro generiert werden sollen.
Kritik kam prompt von lokalen Start-ups. Marius Meiners von Peec AI bezeichnete das Vorhaben für sein Spezialistenteam als "absolut undurchführbar". Er warnte, die Abgabe verstärke den Ruf Deutschlands als schwieriger Wirtschaftsstandort. Ralph Hage, Gründer von Lap Coffee, abtat die Politik als "noch ein falsches Signal" aus Berlin und verwies darauf, dass sein Unternehmen auf Automatisierung und moderne Weiterbildung statt auf klassische Lehrstellen setze.
Agnieszka Walorska vom Fintech-Unternehmen Mika wies auf ein grundlegendes Problem hin: das sinkende Interesse junger Menschen an traditionellen Ausbildungsberufen. Moritz Kreppel, Gründer von Urban Sports Club, warf der Stadt vor, "zu bestrafen, was sie nicht versteht", und betonte, dass Start-ups für Stellen abgestraft werden könnten, die schlicht nicht ins Lehrstellenmodell passten.
Ab 2028 müssen betroffene Unternehmen entweder ihre Ausbildungsaktivitäten ausbauen oder finanziell beitragen. Mit den geschätzten 75 Millionen Euro jährlich soll die Zahl der Lehrstellen steigen. Doch viele Unternehmen kritisieren, dass die Maßnahme die eigentlichen Herausforderungen moderner Arbeitskräftequalifizierung verfehle.






