07 May 2026, 04:16

Berlin plant Olympia 2036 – doch die Kosten bleiben ein Rätsel

Plakat für die Olympischen Spiele 1932 in Berlin, das zwei Läufer im Vordergrund zeigt und Text mit Veranstaltungseinzelheiten.

Berlin plant Olympia 2036 – doch die Kosten bleiben ein Rätsel

Der Berliner Senat hat sein Bewerbungskonzept für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 vorgestellt. Der Plan skizziert die voraussichtlichen Kosten und Finanzierungsquellen, stößt jedoch bereits auf Kritik wegen mangelnder finanzieller Transparenz und unrealistischer Prognosen.

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Ein zentraler Kritikpunkt ist die fehlende Detailgenauigkeit bei den Ausgaben für öffentliche Dienstleistungen, die die Gesamtkosten deutlich in die Höhe treiben könnten. Die Senatsvorlage unterteilt die Kosten in drei Hauptbereiche: operative Ausgaben, Infrastrukturinvestitionen und öffentliche Dienstleistungen. Die direkten Betriebskosten werden auf 4,82 Milliarden Euro veranschlagt und sollen durch Ticketverkäufe, Sponsorenverträge und Marketingeinnahmen gedeckt werden. Weitere 1,59 Milliarden Euro sind für Infrastrukturprojekte vorgesehen, darunter 500 Millionen Euro für den Ausbau des Verkehrsnetzes und 227 Millionen Euro für die Modernisierung der Wettkampfstätten.

Im Rahmen der Modernisierungsmaßnahmen soll das Sommerbad im Olympiapark erweitert und mit einem Dach versehen werden. Allerdings enthält das Bewerbungskonzept keine Angaben zu den Kosten für öffentliche Dienstleistungen, die je nach Ausrichtung der Spiele stark variieren können. Zum Vergleich: Allein die Sicherheitskosten für Paris 2024 beliefen sich laut französischem Rechnungshof auf 1,4 Milliarden Euro.

Markus Schütte, Professor an der Universität Mainz, hinterfragt die finanziellen Annahmen des Bewerbungskonzepts. Er argumentiert, dass Veranstalter oft auf überoptimistische Prognosen setzen, um die Spiele als wirtschaftlich tragfähig darzustellen. Das Fehlen konkreter Zahlen zu den öffentlichen Dienstleistungskosten verstärkt die Zweifel an der Realistik des Vorhabens.

Das Bewerbungskonzept des Senats skizziert zwar eine Finanzierungsstrategie, lässt jedoch zentrale finanzielle Details offen. Ohne präzise Angaben zu den Ausgaben für öffentliche Dienstleistungen bleibt die tatsächliche Kostenbelastung unklar. Kritiker warnen, dass unrealistische Schätzungen zu unerwarteten finanziellen Belastungen in der Zukunft führen könnten.

Quelle