31 March 2026, 14:26

Berliner Gericht verurteilt homophobe Beleidigungen in der U-Bahn zu Geldstrafe

Schwarzer Hintergrund mit fetter weißer Schrift, die "Es gibt keinen Platz für Hass in Amerika" von Präsident Joe Biden liest.

Berliner Gericht verurteilt homophobe Beleidigungen in der U-Bahn zu Geldstrafe

Ein Berliner Gericht hat einen Mann wegen homophober Beleidigungen und Bedrohungen in öffentlichen Verkehrsmitteln zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt. Der Vorfall begann, als Michael W. den Betroffenen Tibor P. in der U-Bahn aufgrund seines Äußeren ansprach. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Probleme mit queerenfeindlicher Gewalt in Deutschland – allein im vergangenen Jahr wurden über 2.000 solche Straftaten registriert.

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Die Auseinandersetzung ereignete sich im Oktober 2024 an der U-Bahn-Station Rathaus. Tibor P. hatte zuvor einen Schwulenclub besucht und war auf dem Heimweg, als Michael W. ihn anstarrte. Daraufhin machte dieser abfällige Bemerkungen über Tibors Lackschuhe, bevor er zu homophoben Beschimpfungen überging.

Ein Zeuge griff ein und stellte sich Michael W. entgegen – eine Zivilcourage, die der Richter später im Prozess ausdrücklich lobte. Die Polizei wurde alarmiert, doch Michael W. leistete Widerstand und beleidigte die Beamten.

Vor Gericht entschuldigte sich Michael W. für sein Verhalten. Tibor P. nahm die Entschuldigung an, doch der Richter betonte, dass die Beleidigungen gezielt die sexuelle Orientierung des Opfers angegriffen hätten. Neben der Geldstrafe sah sich Michael W. auch mit dem Vorwurf der Körperverletzung konfrontiert, wobei unklar blieb, ob es tatsächlich zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit einer weiteren Person, Tolga G., gekommen war.

Das Urteil fällt in eine Zeit, in der Deutschland mit einer Zunahme queerenfeindlicher Hasskriminalität kämpft. Allein im letzten Jahr verzeichneten die Behörden 2.048 entsprechende Straftaten. Die Entscheidung des Gerichts unterstreicht die rechtlichen Konsequenzen für gezielte Hetze, während das Eingreifen des Zeugen zeigt, welche wichtige Rolle Zuschauer bei der Bekämpfung von Diskriminierung spielen können.

Quelle