BGH-Urteil: Landwirt bekommt nach 13 Jahren vollständige Silo-Reparaturkosten erstattet
Admin UserBGH-Urteil: Landwirt bekommt nach 13 Jahren vollständige Silo-Reparaturkosten erstattet
Ein jahrelanger Rechtsstreit um einen mangelhaften Landwirtschaftssilo hat nun sein endgültiges Urteil erhalten. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied, dass ein Bauunternehmen sämtliche Mängel an einem 2010 errichteten Überfahrsilo für einen Landwirt vollständig beheben muss. Im Mittelpunkt des Verfahrens stand die Frage, ob der Bauer Anspruch auf eine mangelfreie Konstruktion habe – trotz der jahrelangen Nutzung seit der Fertigstellung.
Der Silo war im September 2010 erbaut worden, doch bereits kurz darauf zeigten sich Risse und unebene Oberflächen. 2013 leitete der Landwirt ein selbstständiges Beweisverfahren ein, um das Ausmaß der Schäden feststellen zu lassen. Drei Jahre später reichte er Klage ein und forderte 120.000 Euro als Vorschuss für die Reparaturkosten.
Das Landgericht Ansbach gab dem Bauern zunächst in vollem Umfang recht und sprach ihm die geforderte Summe zu. Das Oberlandesgericht Nürnberg reduzierte die Zahlung später jedoch um ein Drittel. Die Richter argumentierten, der Landwirt habe den Silo jahrelang genutzt und müsse daher einen Teil der finanziellen Last tragen.
Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil auf. Er entschied, dass das Bauunternehmen alle Mängel vollständig zu beheben habe – unabhängig davon, wie lange der Silo bereits in Betrieb war. Das Gericht betonte, der Auftraggeber habe Anspruch auf das ursprünglich zugesicherte, einwandfreie Produkt.
Mit dem endgültigen Urteil erhält der Landwirt nun die vollen Reparaturkosten ohne Abzüge erstattet. Das Bauunternehmen ist verpflichtet, den Silo gemäß den ursprünglichen vertraglichen Standards instand zu setzen. Die Entscheidung schafft einen klaren Präzedenzfall für ähnliche Fälle mit mangelhaften Bauleistungen.






