22 March 2026, 02:15

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und kämpft mit US-Arbeitskonflikten während Ölpreise steigen

Liniendiagramm, das die Wertminderungen von Vermögenswerten für Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und kämpft mit US-Arbeitskonflikten während Ölpreise steigen

BP treibt umfassende Umstrukturierung voran – während die Ölpreise stark steigen

Der britische Energiekonzern BP setzt seine großen Umstrukturierungspläne fort, während die Ölpreise deutlich anziehen. Das Unternehmen hat den Verkauf seiner Raffinerie in Gelsenkirchen bekannt gegeben und sieht sich gleichzeitig mit Arbeitskonflikten in einem wichtigen US-Werk konfrontiert. Steigende Rohölpreise und eine Welle von Verkäufen prägen die Zukunft des Energieriesen.

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Die Ölmärkte haben in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt, mit Brent-Rohöl bei rund 112 US-Dollar pro Barrel. Der Preisschub folgt auf schwere Blockaden in der Straße von Hormus, die globale Lieferketten beeinträchtigt haben. Als Reaktion darauf hat die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmeregelung für den Jones Act erlassen, um den Transportdruck zu verringern.

BP strukturiert sich seit 2023 um, senkt Kosten und verlagert seinen Fokus auf Energiewende-Technologien. Der Marktwert des Konzerns stieg von etwa 75 Milliarden US-Dollar Ende 2022 auf 85 bis 90 Milliarden US-Dollar Anfang 2026. Allerdings sorgten schwankende Ölpreise – von rund 80 US-Dollar 2023 auf 70 US-Dollar 2026 – für Turbulenzen. Starke Quartalsergebnisse in den Jahren 2024 und 2025 sowie höhere Dividenden halfen jedoch, die Volatilität abzufedern.

Nun verkauft BP seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Das Werk verarbeitet jährlich 12 Millionen Tonnen Rohöl und beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter, die alle zum neuen Eigentümer wechseln sollen. Analysten schätzen, dass der Deal BP von bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten entlasten könnte. Der Verkauf ist Teil eines größeren Plans, bis 2027 Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar abzubauen – davon sind bereits über 11 Milliarden US-Dollar umgesetzt.

Gleichzeitig zieht BP die Daumenschrauben weiter an: Das Unternehmen hat sein Sparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027 erhöht, um die Cashflow-Situation zu verbessern und die finanzielle Stabilität zu stärken. Doch in den USA eskalieren die Arbeitskonflikte: Rund 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte der Whiting-Raffinerie in Indiana wurden nach gescheiterten Tarifverhandlungen ausgeschlossen.

Die Umstrukturierung findet Beachtung bei Investoren. Die HSBC hat kürzlich die Aktienbewertung von BP von "Reduce" auf "Hold" hochgestuft und das Kursziel angehoben – mit Verweis auf den Raffinerieverkauf als entscheidenden Faktor.

Die jüngsten Desinvestitionen und das verschärfte Sparprogramm fallen in eine Phase hoher Ölpreise und anhaltender geopolitischer Risiken. Der Verkauf des Gelsenkirchener Werks reduziert die Schuldenlast und passt zur langfristigen Strategie des Konzerns, sich von nicht kerngeschäftlichen Assets zu trennen. Angesichts der anhaltenden Arbeitskonflikte in den USA werden die nächsten Schritte von BP sowohl von den Märkten als auch von den Beschäftigten genau beobachtet werden.

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