Braunschweig am 1. Mai: NPD-Provokation trifft auf antifaschistischen Widerstand
Admin UserBraunschweig am 1. Mai: NPD-Provokation trifft auf antifaschistischen Widerstand
In Braunschweig steigt die Spannung, da die rechtsextreme NPD für den 1. Mai eine eigene Kundgebung plant. Der Aufmarsch der Gruppe soll im Anschluss an die traditionelle Gewerkschaftsdemonstration der Stadt stattfinden und an zentralen Orten wie dem DGB-Gewerkschaftshaus vorbeiführen. Gewerkschaften und antifaschistische Aktivist:innen haben angekündigt, die NPD zahlenmäßig zu übertreffen – damit zeichnet sich ein Tag mit konkurrierenden Kundgebungen ab.
Der Hamburger Landesverband der NPD wirbt für die Veranstaltung mit dem Slogan "Tag der deutschen Arbeit. Der 1. Mai – seit 1933 ein arbeitsfreier Feiertag." Die geplante Route in Braunschweig führt die Teilnehmer:innen am DGB-Haus sowie am Internationalen Familienfest im Bürgerpark vorbei. Die Grünen kritisieren die Streckenwahl als gezielte Provokation, um demokratische Feiern zu stören.
Die Gewerkschaften reagieren mit einer Verlängerung ihres eigenen Marsches über die ursprünglich geplante Strecke hinaus. Startpunkt bleibt der Konrad-Adenauer-Platz, von dort geht es nun weiter zum Gewerkschaftshaus, wo parallel zur Hauptkundgebung eine weitere Veranstaltung stattfinden soll. Ein Bündnis antifaschistischer Gruppen hat ebenfalls Mobilisierung angekündigt und greift dabei den Gewerkschaftsslogan "Wir sind viele" auf.
Erst kürzlich hatte Braunschweig eine Versammlung der Reichsbürger-Szene erlebt, zu der nur etwa 300 Teilnehmer:innen erschienen. Demgegenüber mobilisierte das antifaschistische Bündnis rund 600 Gegenprotestierende. Trotz der jüngsten rechtsextremen Aktivitäten gilt Braunschweig keineswegs als Hochburg der Rechten – bei den Kommunalwahlen 2021 erreichte die AfD lediglich 4 Prozent der Stimmen.
Der NPD-Aufmarsch am Tag der Arbeit findet damit in einer Stadt statt, in der rechtsextremer Einfluss begrenzt ist. Mit großen Teilnehmerzahlen seitens der Gewerkschaften und Aktivist:innen wird der Tag von parallelen Demonstrationen geprägt sein. Die gegenläufigen Veranstaltungen spiegeln die anhaltenden Spannungen zwischen rechtsextremen Gruppen und ihren Gegner:innen wider.






