Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz Kritik an hohen Kosten und US-Abhängigkeit
Admin UserBundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz Kritik an hohen Kosten und US-Abhängigkeit
Die deutsche Bundesregierung hat ihren Vertrag mit Microsoft um ein weiteres Jahr verlängert und damit die Vereinbarung bis zum 30. Juni 2027 festgeschrieben. Die Entscheidung fällt trotz steigender Kosten und Kritik an der Abhängigkeit von US-Technologieanbietern. Bundesbehörden und Fördermittelempfänger gaben allein 2022 fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Produkte aus.
Der ursprüngliche Vertrag hätte bereits im Juni 2026 auslaufen können, wurde nun jedoch unter gleichen Bedingungen verlängert. Das bedeutet, dass staatliche Stellen Microsoft-Produkte weiterhin nutzen können, ohne dazu verpflichtet zu sein. Ab Juli 2026 wird die Bürosoftware Microsoft 365 für Nutzer im öffentlichen Sektor jedoch bis zu 13 Prozent teurer.
Behörden und Unternehmen ohne Ausweichstrategien müssen die höheren Ausgaben tragen. Kritiker wie Rebecca Lenhard von den Grünen werfen der Regierung vor, mit der Verlängerung eine Chance vertan zu haben, die Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen zu verringern. Lenhard verwies auf Frankreich, das bereits Fortschritte bei der Umstellung staatlicher Systeme auf alternative Software gemacht habe.
Das volle Ausmaß der staatlichen Ausgaben für US-Techgiganten bleibt unklar. Die aktuellen Zahlen erfassen weder Landes- und Kommunalbehörden noch andere große Unternehmen, was Transparenzlücken hinterlässt.
Der verlängerte Vertrag sichert zwar den weiteren Zugang zu Microsoft-Tools, zementiert aber ab Mitte 2026 höhere Kosten. Ohne Kurswechsel müssen öffentliche Einrichtungen mit steigenden Ausgaben rechnen, während Alternativen weiterhin unterentwickelt bleiben. Die Entscheidung bewahrt den Status quo, geht jedoch kaum auf die langfristigen Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit von ausländischen Anbietern ein.






