10 April 2026, 18:19

CDU stoppt über 200 Demokratieprojekte – scharfe Kritik von Linkspartei und SPD

Eine Karte von Deutschland aus dem 19. Jahrhundert, die die politischen Teilungen zeigt, auf altem Papier mit Text oben und unten gedruckt.

CDU stoppt über 200 Demokratieprojekte – scharfe Kritik von Linkspartei und SPD

"Lebendige Demokratie" vor drastischen Kürzungen: CDU stoppt über 200 Projekte bis Jahresende

Die 2014 gestartete Initiative "Lebendige Demokratie" mit einem jährlichen Budget von 200 Millionen Euro steht vor massiven Einschnitten. Bundesministerin Karin Prien (CDU) kündigte an, bis Ende des Jahres mehr als 200 Demokratieförderprojekte auslaufen zu lassen. Die Entscheidung löst scharfe Reaktionen im gesamten politischen Spektrum aus.

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Das Programm, das zivilgesellschaftliches Engagement stärken und Extremismus vorbeugen soll, gerät zunehmend in die Kritik Priens. Zwar räumte sie einzelne Erfolge ein, bemängelte jedoch die praktische Wirksamkeit vieler Maßnahmen. Notwendige Reformen sollten nun Ineffizienzen beseitigen, so ihre Begründung.

Die Linke reagierte mit einem Antrag auf eine Debatte über die Kürzungen im Förderbereich "Demokratie leben!" Ihre Abgeordnete Clara Bünger warf der Union vor, die Zivilgesellschaft gezielt zu schwächen und damit indirekt der rechtsextremen AfD in die Hände zu spielen. AfD-Politiker begrüßten die Pläne dagegen offen: Kay Gottschalk bedankte sich bei Prien, während Martin Reichardt die vollständige Abschaffung des Programms forderte.

Innerhalb der Ampelkoalition eskalierten die Spannungen. SPD-Fraktionschefin Saskia Esken geriet mit ihren CDU-Partnern aneinander und warnte, die Streichungen würden bei Basisorganisationen massive Verunsicherung auslösen. Besonders scharf kritisierte sie den CDU-Abgeordneten Christoph Ploß, der die Streichung der Förderung für HateAid – eine Initiative zur Unterstützung von Opfern digitaler Hetze – gefeiert hatte. Seine Haltung erinnere an die der AfD, so Esken. Ihr Parteikollege Felix Döring verteidigte zwar grundsätzlich das demokratiepolitische Engagement der Koalition, stellte jedoch Priens konkrete Vorwürfe zur mangelnden Effizienz des Programms infrage.

Noch vor Jahresende werden die geplanten Kürzungen die deutsche Demokratieförderung grundlegend verändern. Über 200 Projekte stehen vor dem Aus, während die politischen Gräben über die Zukunft der Initiative tiefer werden. Im Mittelpunkt der Debatte steht nun die Frage, ob die Reformen tatsächlich mehr Effizienz bringen – oder zivilgesellschaftliche Akteure um dringend benötigte Unterstützung bringen.

Quelle