Celle kämpft mit Workshop gegen Extremismus in sozialen Medien und auf TikTok
Admin UserCelle kämpft mit Workshop gegen Extremismus in sozialen Medien und auf TikTok
Veranstaltung in Celle: Gemeinsam gegen Extremismus in sozialen Medien
Eine kürzliche Veranstaltung in Celle brachte Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie lokale Expertinnen und Experten zusammen, um der zunehmenden Verbreitung von Extremismus in sozialen Netzwerken entgegenzuwirken. Organisiert vom Netzwerk zur Stärkung demokratischer Strukturen lag der Fokus darauf, wie Plattformen wie TikTok die Meinungsbildung junger Menschen prägen. Die Teilnehmenden analysierten ihre eigenen Feeds und erörterten Möglichkeiten, schädliche Inhalte zu erkennen und ihnen etwas entgegenzusetzen.
Die unter dem Titel "Extremismus auf TikTok und anderen Plattformen" stehende Veranstaltung richtete sich an Neunt- und Zehntklässlerinnen und -klässler von drei Celleer Schulen. Sie untersuchten ihre "Für-dich"-Seiten, um nachzuvollziehen, wie Algorithmen bestimmte Inhalte priorisieren. Studien zufolge stieg die tägliche Nutzung von TikTok unter Jugendlichen in Niedersachsen von etwa 40 Prozent im Jahr 2021 auf über 70 Prozent bis 2026 an.
Der Medienpädagoge Sebastian Zollner erläuterte, wie soziale Medien funktionieren und welche Strategien extremistische Gruppen nutzen, um sie für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Er betonte, dass politische Inhalte in diesen Apps oft vereinfacht, emotional aufgeladen und ohne verlässliche Quellen dargestellt werden. Zwar nahm politisches Material zwischen 2024 und 2026 um 25 Prozent zu, extremistische Inhalte – darunter auch rechtsextreme – sogar um 15 Prozent. Strengere Maßnahmen wie Altersverifikationen und verbesserte Moderation reduzierten die Reichweite solcher Videos jedoch um 30 Prozent.
Am Nachmittag fand ein Workshop für Lehrkräfte, Sozialarbeiterinnen und -arbeiter sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Gemeinde statt. Themen waren digitale Radikalisierung und Strategien zur Förderung von Gegenrede. Ziel war es, das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie sich extremistische Inhalte verbreiten und welche Auswirkungen sie auf Nutzerinnen und Nutzer haben.
Die Organisatorinnen und Organisatoren dankten allen Beteiligten für ihr Engagement und die lebhaften Diskussionen. Bei weiteren Fragen steht Christian Riebandt von der Polizeidirektion Celle als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Veranstaltung unterstrich, wie wichtig kontinuierliche Aufklärung über die Rolle sozialer Medien bei der Meinungsbildung ist – und wie entscheidend kritisches Denken im Netz geworden ist.






