Deutsche lehnen Kürzungen bei Krankenkassenleistungen deutlich ab – trotz drohender Finanzlücke
Admin UserDeutsche lehnen Kürzungen bei Krankenkassenleistungen deutlich ab – trotz drohender Finanzlücke
Eine neue Umfrage offenbart deutlichen Widerstand unter den Deutschen gegen mögliche Kürzungen bei den Leistungen der Krankenversicherung. Die Ergebnisse kommen kurz vor der Vorstellung von Reformvorschlägen durch eine Expertenkommission, die das marode gesetzliche Gesundheitssystem des Landes stabilisieren soll.
Die von Bild am Sonntag in Auftrag gegebene Insa-Umfrage befragte 1.003 Personen zu möglichen Maßnahmen zur Kostensenkung im System. Zwischen dem 26. und 27. März 2026 äußerten sich die Befragten zu Einsparoptionen, die Milliarden einsparen könnten. Eine klare Mehrheit von 57 Prozent lehnte die Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung für Ehepartner ab, während nur 28 Prozent dafür waren. Ähnlich verhielt es sich bei der Frage nach Kürzungen bei den Gesundheitsleistungen: 39 Prozent sprachen sich gegen Einschnitte aus, lediglich 21 Prozent wären bereit, ein kleineres Leistungsspektrum zu akzeptieren.
Andere Vorschläge stießen auf ähnlich wenig Zustimmung. Nur 11 Prozent könnten sich höhere Zuzahlungen für Medikamente oder Krankenhausaufenthalte vorstellen. Eine etwas größere Gruppe von 14 Prozent befürwortete die Wiedereinführung von Praxisgebühren für Arztbesuche. Gleichzeitig wären 31 Prozent dafür, das Überweisungszwang zu Fachärzten abzuschaffen. Am unbeliebtesten war die Idee, die Versicherungsbeiträge zu erhöhen – hierfür sprachen sich lediglich 8 Prozent aus.
Die Umfrageergebnisse liegen vor, während die Expertenkommission am Montag ihre ersten Reformvorschläge vorstellen wird. Ziel ist es, eine prognostizierte Finanzierungslücke von 12 bis 14 Milliarden Euro bis 2027 zu schließen und Einsparungen von bis zu 25 Milliarden Euro zu erzielen. Zwar wurden in der Kommission bereits die Abschaffung der Familienversicherung, Leistungskürzungen und die Besteuerung ungesunder Produkte diskutiert, doch die Umfrage hebt konkrete Maßnahmen hervor – etwa eine Erhöhung der Ärztegehälter um 2,8 Prozent (Einsparung: 1,3 Milliarden Euro), die Einführung digitaler Patientenakten oder Reformen beim Krankengeld.
Die Umfrage zeigt: Die Bereitschaft der Bevölkerung für tiefgreifende Gesundheitsreformen ist begrenzt. Die meisten Befragten lehnen höhere Kosten oder Leistungskürzungen ab – selbst wenn die Politik nach Wegen sucht, das System zu stabilisieren. Die Vorschläge der Kommission werden nun auf erhebliche öffentliche und politische Kritik stoßen.






