10 May 2026, 12:16

Felix Banaszak will junge Männer mit Pink und Feminismus zurückgewinnen

Eine Sammlung von illustrierten Porträts von Männern mit verschiedenen Ausdrücken, Haarstilen und offensichtlichen Alters, betitelt mit "Unsere Künstler - Vergangenheit und Gegenwart."

Felix Banaszak will junge Männer mit Pink und Feminismus zurückgewinnen

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, sorgt derzeit sowohl mit seiner politischen Haltung als auch mit der Gestaltung seines Büros für Schlagzeilen. Der 33-jährige Politiker ließ seinen Arbeitsraum kürzlich pink streichen – eine Entscheidung, die Aufmerksamkeit erregt, ebenso wie sein Bemühen, junge Männer für feministische Ideen zu begeistern. Sein Ansatz kommt zu einer Zeit, in der sich männliche Wähler unter 30 zunehmend rechtsextremen Parteien zuwenden, während ihre Altersgenossinnen eher linksliberale Optionen bevorzugen.

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Banaszak sprach junge Männer erstmals direkt in einem Playboy-Interview Anfang dieses Jahres an. Dort argumentierte er, dass starre Geschlechterrollen nicht nur Frauen, sondern auch Männer schaden, und betonte, dass Männer ein Interesse an Feminismus haben sollten. Zudem gestand er, sich für männliches Verhalten – einschließlich seines eigenen – und die gesellschaftlichen Strukturen, die es ermöglichen, zu schämen.

Die Grünen versuchen nun, über gemeinsame Interessen mit jungen Männern in Kontakt zu treten. Rasmus Andresen, ein weiterer Grüner-Politiker, verbindet auf Social Media linke Themen mit persönlichen Leidenschaften wie Gaming und Fußball. Diese Strategie zielt darauf ab, gemeinsame Schnittmengen zu finden, statt Geschlechterfragen als Wettbewerb darzustellen.

Kritik an Banaszaks Initiativen blieb nicht aus. Ein Welt-Kolumnist bezeichnete die Führung der Grünen kürzlich als selbstgefällig und spottete in einem Artikel gleich zweimal über die pinken Wände im Büro des Co-Vorsitzenden. Der AfD-Politiker Maximilian Krah wählte dagegen in einem Wahlkampfvideo einen anderen Ton: Er riet jungen Männern, die Schwierigkeiten haben, eine Partnerin zu finden, schlicht, „auf der richtigen Seite“ zu stehen.

Banaszaks Engagement für Männerfragen umfasst auch die Förderung von Beratungsstellen, die sich speziell mit den Anliegen von Jungen und Männern befassen. Er betont, dass Unterstützung für Männer nicht auf Kosten anderer Geschlechter gehen dürfe. Seine Position erinnert an eine Episode vor zwei Jahrzehnten, als der Fußballtorwart Tim Wiese ohne große Debatten über seine Männlichkeit in Pink auf dem Platz stand.

Die gezielte Ansprache junger Männer durch die Grünen erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Wahlverhalten deutliche Unterschiede zeigt: Bei der letzten Bundestagswahl stimmten Männer unter 24 mehrheitlich für die rechtsextreme AfD, während Frauen derselben Altersgruppe eher linksliberale Parteien wählten. Banaszaks Mix aus politischen Vorschlägen und kulturellen Signalen – von pinken Wänden bis zu feministischen Argumenten – ist ein Versuch, diesen Trend zu durchbrechen.

Quelle