Frauenhass im Netz: Wie die Manosphere Gleichberechtigung angreift und #MeToo ausbremst
Admin UserFrauenhass im Netz: Wie die Manosphere Gleichberechtigung angreift und #MeToo ausbremst
Frauenfeindlichkeit breitet sich in sozialen Medien aus – während die Erfolge von #MeToo verpuffen
Immer offener lehnen Männer Gleichberechtigung ab, manche fordern sogar, Frauen das Wahlrecht wieder zu entziehen. Die wachsende "Männersphäre" (engl. manosphere) treibt diese Entwicklung voran und trägt extreme Ansichten in den digitalen Mainstream.
Seit 2015 hat sich die manosphere rasant über Plattformen wie Reddit, YouTube und 4chan ausgebreitet. Gemeinschaften wie Incels (unfreiwillig Zölibatäre), Männerrechtsaktivisten (Men's Rights Activists, MRAs) und Pick-up-Künstler florieren, während neuere Dienste wie Telegram oder Rumble noch radikalere Inhalte verbreiten. Da große soziale Netzwerke härter gegen Hassrede vorgehen, weichen diese Gruppen in weniger regulierte Räume aus.
Einflussreiche Akteure in diesem Milieu predigen eine übersteigerte Männlichkeit und verzerrte Rollenbilder. Ihre Botschaften vergiften die Einstellungen junger Männer und schüren Frauenhass. Viele feiern den angeblichen Niedergang "woker Spinnerei" und fühlen sich ermutigt, Sexismus offen zu zeigen – ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.
Gleichzeitig missbrauchen mächtige Männer weiterhin ihre Positionen, oft ohne echte Strafen. Berichte über herablassendes Verhalten, sexualisierte Kommentare und ausbeuterische Machenschaften häufen sich – sowohl online als auch im echten Leben. Zwar verhalten sich nicht alle Männer so, doch das Problem ist so verbreitet, dass es die Schlagzeilen dominiert.
Der Rückschlag gegen #MeToo lässt Frauen mit weniger Schutz als zuvor zurück. Giftige Online-Räume verstärken schädliche Einstellungen, während Machtinhaber selten zur Rechenschaft gezogen werden. Ohne entschiedenen Widerstand droht die Normalisierung von Frauenfeindlichkeit weiter um sich zu greifen.






