Gewalt gegen Bahnmitarbeiter: Warum Zweierteams jetzt zur Forderung werden
Admin UserGewalt gegen Bahnmitarbeiter: Warum Zweierteams jetzt zur Forderung werden
Forderungen nach besserem Schutz für Bahnmitarbeiter werden lauter – nach einer Serie gewalttätiger Übergriffe
Nach einer Reihe brutaler Angriffe auf Bahnbedienstete mehren sich die Rufe nach mehr Schutz für das Personal. Gewerkschaften fordern, dass Zugbegleiter künftig standardmäßig im Zweierteam arbeiten sollen. Diese Forderung kommt nach einem tödlichen Angriff auf einen Schaffner Anfang dieses Jahres, der die wachsende Besorgnis über die zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte im Verkehrssektor unterstreicht.
Im Februar 2026 wurde der Zugbegleiter Serkan C. bei einem Angriff in Rheinland-Pfalz getötet. Der Vorfall lenkte die Aufmerksamkeit auf ein größeres Problem: die steigende Gewalt gegen Bahnmitarbeiter. Allein im Jahr 2024 gab es 3.324 registrierte Angriffe auf Personal – ein Anstieg von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Vorfälle betraf Beschäftigte im Regionalverkehr, wobei sich viele Attacken während Fahrkartenkontrollen oder bei Großveranstaltungen ereigneten.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) pocht nun darauf, dass Schaffner grundsätzlich nur noch zu zweit unterwegs sein dürfen. EVG-Chef Martin Burkert warnte, dass die Sicherheit der Mitarbeiter ohne strengere Maßnahmen nicht gewährleistet sei. Die Deutsche Bahn hat unterdessen erste Gegenmaßnahmen ergriffen: Kundenbetreuer erhalten nun Körperkameras, und für Kontrollpersonal wurden die Ausweiskontrollen erleichtert.
Auf einer jüngsten Konferenz lehnten die Verkehrsminister jedoch eine bundesweite Verpflichtung zu Zweierteams ab. Sie argumentierten, dass eine solche Regelung erhebliche Zusatzkosten verursachen würde, die der Bund im aktuellen Haushalt nicht tragen könne. Stattdessen sprachen sich die Minister für ein Waffen- und Messerverbot im Personenverkehr aus.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kündigte an, die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen bis Ende April zu überprüfen. Zudem will er Möglichkeiten zur Verbesserung der Bahnhofsüberwachung prüfen. An starren Personalvorgaben halten die Minister jedoch nicht fest – sie setzen stattdessen auf flexible Lösungen.
Die Debatte um die Sicherheit von Bahnmitarbeitern dauert derweil an, während die Angriffe auf Beschäftigte zunehmen. Während die Gewerkschaften verbindliche Zweierteam-Regelungen fordern, haben die Verkehrsminister bundesweite Vorgaben abgelehnt. Die neuen Sicherheitsmaßnahmen der Deutschen Bahn – darunter Körperkameras und schärfere Waffenverbote – sollen nun in den kommenden Wochen weiter geprüft werden.






