16 April 2026, 16:21

Glasfaserausbau in Deutschland setzt auf offene Netze und mehr Wettbewerb

Plakat, das das Affordable Connectivity Program bewirbt, mit Text, der besagt, dass über 15 Millionen Haushalte eingeschrieben sind, um bei High-Speed-Internet zu sparen.

Glasfaserausbau in Deutschland setzt auf offene Netze und mehr Wettbewerb

Offene Netze gewinnen in Deutschlands Glasfaserausbau an Fahrt

Im deutschen Glasfasersektor setzt sich der Trend zu offenem Netzzugang immer stärker durch. Immer mehr Unternehmen ermöglichen Drittanbietern die Nutzung ihrer Infrastruktur – mit dem Ziel, den Wettbewerb zu beleben und die Effizienz zu steigern. Diese Entwicklung kommt zu einer Zeit, in der Kunden zunehmend nach mehr Anbieterwahl verlangen und die Regulierungsbehörden klarere Spielregeln fordern.

Fast 300 Netzbetreiber treiben derzeit bundesweit den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur voran. So kündigte etwa die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge an, ihr Netz bis 2030/2031 für externe Anbieter zu öffnen. Gleichzeitig wird Plusnet in Kürze eigene Dienste über die Netze von OXG anbieten – ein Beispiel dafür, wie sich Partnerschaften in der Branche weiterentwickeln.

Die Deutsche GigaNetz hat bereits Kooperationen mit dem schwedischen Internetdienstanbieter Bahnhof und Westconnect geschlossen. Solche Vereinbarungen unterstreichen den Branchentrend hin zu geteilter Infrastruktur. Um die Anbindung zwischen den Netzen zu vereinfachen, setzen die Unternehmen auf S/PRI, eine standardisierte Schnittstelle für die Glasfaser-Interoperabilität.

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Doch bleiben Herausforderungen bestehen. Steven Blount von EWE Tel räumte ein, dass offener Netzzugang zwar höhere Anfangsinvestitionen erfordern könne, betonte aber, er sei entscheidend, um die Netzauslastung zu maximieren. Marc Kahabka von VSE Net warnte hingegen, die Umsetzung neuer Standards in bestehenden Netzen werde komplex. Gleichzeitig wies Frank Rosenberger von 1&1 Versatel darauf hin, dass 83 Prozent ihrer Kunden den Wunsch hätten, den Anbieter frei wechseln zu können.

Auch die Regulierungsbehörden werden aktiv. Daniela Brönstrup von der Bundesnetzagentur (BNetzA) forderte strengere Kontrollen für Fälle, in denen offener Netzzugang keinen fairen Wettbewerb garantiert.

Die Hinwendung zu offenen Netzen verändert den deutschen Glasfasermarkt grundlegend. Während Kunden von einer größeren Auswahl profitieren, stehen die Betreiber vor neuen Chancen – aber auch vor Hürden. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich diese Entwicklungen auf Wettbewerb und Servicequalität in der Branche auswirken.

Quelle