Gorleben bleibt vorerst: Atommüll-Lagerung verzögert sich um Jahrzehnte
Admin UserGorleben bleibt vorerst: Atommüll-Lagerung verzögert sich um Jahrzehnte
Deutschlands Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll zieht sich weit länger hin als geplant. Die Suche könnte sich nun bis ins nächste Jahrhundert hinziehen – und Zwischenlager wie Gorleben für Jahrzehnte in Betrieb halten.
Im Zwischenlager Gorleben lagern derzeit 113 Castor-Behälter, die zwischen 1995 und 2011 angeliefert wurden. Die Lagerhalle wurde Anfang der 1980er-Jahre mit 50 Zentimeter dicken Stahlbetonwänden und einer 20 Zentimeter starken Deckenschicht errichtet. Lokale Atomkraftgegner bezeichnen sie spöttisch als „Kartoffelscheune“ und kritisieren, dass das Bauwerk kaum Schutz vor modernen Bedrohungen biete.
Als Reaktion auf den Druck von Aktivisten verhängten die Behörden eine Flugverbotszone über dem Gelände. Anwohner berichten jedoch von häufigen Verstößen gegen diese Regelung. 2024 begann die BGZ (Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung) mit dem Bau einer zehn Meter hohen Schutzbarriere um Gorleben, um die Sicherheit zu erhöhen.
Trotz der Kritik hat die BGZ einen Antrag auf Verlängerung der Betriebsgenehmigung für Gorleben um 20 Jahre gestellt. Die aktuelle Genehmigung läuft 2034 aus. Atomkraftgegner fordern stattdessen den Bau eines speziell konzipierten, sichereren Lagers.
Fachleute gehen mittlerweile davon aus, dass ein Endlager frühestens in mehreren Jahrzehnten in Betrieb gehen wird. Das Zwischenlager Gorleben wird voraussichtlich weit über seine ursprünglich geplante Nutzungsdauer hinaus genutzt werden. Während Deutschland mit dem Erbe der Atomkraft kämpft, bleibt die Debatte über Sicherheit und Eignung des Standorts Gorleben weiter ungelöst.
