08 May 2026, 06:17

Großrazzia enthüllt flächendeckende Ausbeutung in Paketbranche – Subunternehmer im Visier

Plakat mit der Aufschrift "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" mit einer Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist: einer zeigt die Routen der US-Geldkurier und der andere die Standorte der Geldtransportunternehmen.

Großrazzia enthüllt flächendeckende Ausbeutung in Paketbranche – Subunternehmer im Visier

Großrazzia deckt weitverbreitete Rechtsverstöße in Deutschlands Paketbranche auf

Eine großangelegte Untersuchung des deutschen Paketzustellsektors hat schwerwiegende und flächendeckende Gesetzesverstöße ans Licht gebracht. Zollbeamte führten nach Hinweisen auf ausstehende Löhne, nicht angemeldete Beschäftigungsverhältnisse und prekäre Arbeitsbedingungen bundesweit Kontrollen durch. Im Fokus standen dabei große Unternehmen wie Amazon, DPD, Hermes und GLS, die für ihre Lieferdienste stark auf Subunternehmer setzen.

Über 2.900 Zollmitarbeiter überprüften landesweit Zustelldienste. Dabei wurden Fahrer ohne gültige Arbeitsverträge entdeckt, die unterbezahlte Löhne erhielten oder unter illegalen Beschäftigungsbedingungen arbeiteten. In einem Fall ging es um einen 39-jährigen Türken in Köln, der keine gültige Arbeitserlaubnis besaß.

Viele Fahrer, die über Subunternehmer beschäftigt werden, kannten ihre Rechte nicht. Einige leisteten lange Arbeitszeiten – inklusive unbezahlter Überstunden und Ladezeiten – und verdienten dabei weniger als den Mindestlohn von 13,90 Euro. Andere mussten sich Lieferwagen zu hohen Kosten von ihren Arbeitgebern mieten, was ihre Einnahmen weiter schmälert.

Die Gewerkschaft Verdi fordert ein vollständiges Verbot von Subunternehmern in der Branche. Sie argumentiert, dass dieses System die Beschäftigten ausbeutet und faire Löhne untergräbt. Die Branchenvereinigung BPEX hingegen betont, Subunternehmer seien für Wachstum und Flexibilität des Sektors unverzichtbar.

Finanzminister Lars Klingbeil bezeichnete die Aktion als notwendig, um die Ausbeutung von Arbeitnehmern zu stoppen. Gleichzeitig unterstrich er die Bedeutung des Schutzes von Staatseinnahmen und Sozialabgaben vor Betrug.

Die Ermittlungen zeigen tiefe strukturelle Probleme in der deutschen Paketbranche auf, in der Subunternehmertum weit verbreitet ist. Angesichts von Verstößen, die von Lohnbetrug bis zu illegaler Beschäftigung reichen, geraten die Behörden nun unter Druck, strengere Regulierungen durchzusetzen. Die Ergebnisse könnten zu gesetzlichen Änderungen führen, die große Zustellfirmen und ihre Belegschaften betreffen.

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