Grüne reformieren Satzung nach Belästigungsskandal um René Gelbhaar
Die Grünen haben eine neue Satzung eingeführt, um sexuelle Belästigung innerhalb der eigenen Reihen zu bekämpfen. Der Schritt folgt einer einjährigen Überprüfung des Umgangs mit einem viel beachteten Fall, der einen ehemaligen Kandidaten betraf. Die Partei will damit Verfahren klarer regeln und künftigen Missbrauch interner Prozesse verhindern.
Die Änderungen erfolgen nach scharfer Kritik einer internen Kommission an der Handhabung der Vorwürfe gegen René Gelbhaar. Der hatte 2021 seine Kandidatur als Direktbewerber im Berliner Bezirk Pankow verloren, nachdem Belästigungsvorwürfe bekannt geworden waren. Die Kommission stellte fest, dass das damalige Ombudsverfahren an angemessener rechtlicher Prüfung und klaren Definitionen mangelte.
Nach den neuen Regeln sollen Beschwerdeausschüsse künftig vorrangig auf die Vermittlung von Lösungen setzen, statt Sanktionen zu verhängen. Disziplinarmaßnahmen werden stattdessen von den parteiinternen Schiedsgerichten entschieden. Die Satzung sieht zudem Schutzmechanismen vor, um Interessenkonflikte zu vermeiden und Vertraulichkeit zu gewährleisten.
Bei Verdacht auf Straftaten werden Betroffene an externe Beratungsstellen verwiesen und über ihr Recht informiert, Anzeige zu erstatten. Die Reformen zielen darauf ab, die Zuständigkeiten der parteiinternen Gremien klarer zu trennen und ihre jeweiligen Rollen präziser zu definieren.
Die neue Satzung schließt Lücken, die durch den Fall Gelbhaar offenbart wurden. Sie bietet Betroffenen strukturierte Unterstützung und legt die Verantwortlichkeiten der internen Stellen fest. Die Partei hofft, mit diesen Maßnahmen das Vertrauen in ihren Umgang mit solchen Vorfällen wiederherzustellen.
