16 April 2026, 18:20

Halles Südstadt-Center bleibt zu – Proteste gegen wirtschaftlichen Niedergang

Ein belebtes Stadtzentrum mit einem "City Mall Now Open"-Schild, umgeben von Gebäuden, Schildern, Geländern, Pflanzen, Bäumen, Strommasten mit Drähten und einem bewölkten Himmel.

Halles Südstadt-Center bleibt zu – Proteste gegen wirtschaftlichen Niedergang

In Halle halten die Proteste an: Anwohner fordern die Wiedereröffnung des Südstadt-Centers, eines Einkaufszentrums, das seit Februar geschlossen ist. Die Stadt hatte das Center wegen schwerwiegender Brandschutzmängel sperren lassen, doch die Bevölkerung befürchtet einen wirtschaftlichen Niedergang des Viertels ohne das Kaufhaus. Zum sechsten Mal versammelten sich Demonstranten, um Druck auf die Verantwortlichen auszuüben – während die Politik zunehmend unter Handlungszwang gerät.

Die Schließung des Südstadt-Centers war im Februar verfügt worden, nachdem Prüfer gravierende Verstöße gegen den Brandschutz festgestellt hatten. Bereits 2023 hatte die Untere Bauaufsichtsbehörde in Berichten auf erhebliche Mängel hingewiesen. Beamte warnten damals, dass im Brandfall die Folgen verheerend sein könnten – mit möglicherweise tödlichem Ausgang für Kunden, insbesondere für ältere Menschen, die bei einer Evakuierung Schwierigkeiten hätten.

Seit der Schließung hat die Vandalismusrate am verlassenen Gelände stark zugenommen. Erst kürzlich wurden Diebe ertappt, die Kupferkabel stahlen – ein weiteres Anzeichen für den zunehmenden Verfall des Gebäudes. Daniel Mahler, Organisator der Proteste, kritisierte die Ausgabenpolitik der Stadt und zeigte sich verzweifelt ob der Zukunft der Halleschen Südstadtviertel.

Die Stadt hat zugesagt, in den kommenden Tagen 35 Fragen der Bürgerinitiative zu beantworten. Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt nahm zwar an der jüngsten Demonstration teil, bestätigte aber, dass es keine kurzfristigen Pläne für eine Wiedereröffnung gebe. Unterdessen verhandelt ein zuständiger Mitarbeiter mit Investoren über eine mögliche Revitalisierung des Standorts. Sollte das bestehende Gebäude nicht zu retten sein, hat sich ein Investor bereit erklärt, innerhalb von 18 bis 24 Monaten einen kleineren Ersatzneubau in der Nähe zu errichten.

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Während die Gespräche mit den Investoren weiterlaufen, bleibt das Südstadt-Center vorerst geschlossen. Die Anwohner drängen auf Lösungen, doch die Stadt muss abwägen zwischen Sicherheitsbedenken und der Notwendigkeit lokaler Versorgungsangebote. Ohne eine zügige Einigung könnte sich der Niedergang des Viertels verschärfen – und mit ihm die Sicherheitsrisiken.

Quelle