24 June 2026, 14:12

Hamburgs medizinische Notfallhilfe für Migrant:innen steht vor dem Kollaps

Notfallfonds kann keine Behandlungen mehr bezahlen

Hamburgs medizinische Notfallhilfe für Migrant:innen steht vor dem Kollaps

Hamburgs Notfallprogramm für medizinische Hilfe ist ohne Geld – unversicherte Migrant:innen bleiben ohne lebenswichtige Behandlungen

Das Notfallprogramm für medizinische Grundversorgung in Hamburg ist mittellos – unversicherte Geflüchtete und Migrant:innen haben dadurch keinen Zugang zu dringend benötigten Behandlungen. Das Netzwerk Medinetz, ein Zusammenschluss medizinischer Einrichtungen, fordert die Stadt nun auf, zusätzliche Mittel freizugeben und eine dauerhafte Finanzierung zu sichern.

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Die Clearingstelle im Hamburger Flüchtlingszentrum unterstützt seit 2012 Menschen ohne Krankenversicherung. Sie hilft ihnen, in das reguläre Gesundheitssystem zu gelangen, oder übernimmt über einen städtischen Notfallfonds die Kosten für akute Behandlungen. Ähnliche Angebote gibt es in Bremen, Hannover und Schleswig-Holstein.

Die Nachfrage nach dem Programm ist stark gestiegen: Die Zahl der Beratungen kletterte von 284 im Jahr 2012 auf über 2.300 im Jahr 2024 – doch das Budget wurde nie dauerhaft aufgestockt. 2024 erhielten 678 von 781 Klient:innen eine Kostenübernahme; für Behandlungen und Medikamente wurden 718.000 Euro ausgegeben.

Ursprünglich waren für dieses Jahr 500.000 Euro vorgesehen. Im Mai bewilligte die Stadt von einem beantragten Zusatzbudget von 500.000 Euro nur rund 100.000 Euro. Seit Mitte Mai 2023 werden keine neuen Fälle mehr finanziell unterstützt – viele Betroffene bleiben damit ohne Versorgung.

Ohne Gelder drohen Menschen mit schweren Erkrankungen unbehandelt zu bleiben – mit Risiken wie verschlimmerten Gesundheitszuständen oder sogar tödlichen Folgen durch unbehandelte Infektionen. Medinetz verlangt von der Stadt, ihrem Koalitionsvertrag gerecht zu werden und eine nachhaltige Finanzierung zu garantieren, um weitere Versorgungslücken zu verhindern.

Quelle