Hettich-Mitarbeiter verzichten auf Lohnerhöhung – um das Unternehmen zu retten
Admin UserHettich-Mitarbeiter verzichten auf Lohnerhöhung – um das Unternehmen zu retten
Beschäftigte des Möbelzulieferers Hettich verzichten auf geplante Gehaltserhöhung
Die Mitarbeiter des Möbelbeschlagherstellers Hettich haben sich bereit erklärt, eine geplante Lohnerhöhung zu verschieben, während das Unternehmen mit finanziellen Schwierigkeiten kämpft. Von der Entscheidung sind Tausende Beschäftigte betroffen, die nun auf eine ursprünglich zum 1. April fällige Gehaltsanpassung von 3,1 Prozent verzichten. Über 90 Prozent der Belegschaft stimmten dem Vorschlag zu – eine Maßnahme, die dem Unternehmen Millionen Euro spart.
Die deutsche Möbelbranche steckt seit Jahren in der Krise. Allein zwischen 2021 und 2026 sank der Umsatz 2023 um 5,2 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro. Auch die Produktion brach stark ein: 2024 verzeichnete die Branche einen Rückgang von 12 Prozent. Hohe Energiekosten, Lieferkettenprobleme infolge des Ukraine-Kriegs, Inflation und eine schwache Bautätigkeit belasten die Unternehmen. Hinzu kommen steigende Rohstoffpreise und der Druck durch günstigere Importe.
Hettich, wie viele andere Betriebe der Branche, leidet besonders unter diesen Herausforderungen. Um Kosten zu sparen, schlug das Unternehmen vor, die 3,1-prozentige Lohnerhöhung zu verschieben – eine Maßnahme, die nach eigenen Angaben für die Stabilität des Unternehmens notwendig sei. Für die Beschäftigten bedeutet dies einen Ausfall von über 1.000 Euro pro Person im kommenden Jahr.
Die Gewerkschaft IG Metall kritisierte die Entscheidung scharf und warf Hettich vor, die Lasten einseitig auf die Belegschaft abzuwälzen. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück und betonte, man habe die Mitarbeiter umfassend über die finanzielle Lage informiert.
Durch die verschobene Gehaltserhöhung spart Hettich mehrere Millionen Euro. Die Beschäftigten erhalten die Anpassung ein Jahr später als geplant, während das Unternehmen versucht, die anhaltenden Branchenprobleme zu bewältigen. Die Einigung spiegelt die größeren Herausforderungen wider, vor denen die deutschen Möbelzulieferer in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit stehen.






