10 May 2026, 06:17

Hubigs Reformpläne: Femizide sollen künftig immer als Mord gelten

Gruppe von Menschen, die in einem Gerichtssaal sitzen, mit einem Mann in Anzug und Krawatte und zwei Frauen in legerer Kleidung nebeneinander, Bänke im Hintergrund.

Hubigs Reformpläne: Femizide sollen künftig immer als Mord gelten

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig schlägt Reform des Strafgesetzbuchs vor, um frauenfeindliche Tötungsdelikte strenger zu ahnden

Die deutsche Justizministerin Stefanie Hubig hat Änderungen im Strafgesetzbuch angeregt, um geschlechtsspezifische Tötungsdelikte – insbesondere Femizide – konsequenter als Mord statt als Totschlag zu werten. Ziel der Initiative ist es, dass Taten, die von Frauenhass oder geschlechtsspezifischen Motiven angetrieben werden, künftig systematisch als Mord geahndet werden.

Nach geltendem Recht können besitzergreifende oder von niedrigen Beweggründen geleitete Tötungen bereits als Mord verfolgt werden. Dennoch enden einige Fälle weiterhin mit milderen Anklagen wie Totschlag. Dieser Unterschied ist entscheidend: Nur bei einer Verurteilung wegen Mordes droht lebenslange Haft, während die Strafen für Totschlag deutlich niedriger ausfallen.

Hubigs Vorstoß zielt darauf ab, den Mordparagraphen explizit um geschlechtsspezifische Tötungsmotive zu erweitern. Künftig soll eine Tat automatisch als Mord gewertet werden, wenn das Opfer allein wegen seines Frauseins getötet wurde. Die Bundesregierung erhofft sich dadurch eine Schließung rechtlicher Lücken und klarere Handlungsrichtlinien für Staatsanwälte.

Die Reform reagiert auf wachsende Forderungen, Femizide – also gezielte Tötungen von Frauen – als eigenständige und besonders schwere Straftat anzuerkennen. Mit der Präzisierung des Gesetzes sollen Täter härter bestraft und potenzielle Opfer besser geschützt werden.

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Wird der Gesetzentwurf verabschiedet, drohen bei geschlechterbasierter Gewalt strengere Strafen. Staatsanwälte hätten dann eine klarere Rechtsgrundlage, um in solchen Fällen Mordanklagen zu erheben. Die Neuregelung steht zudem im Einklang mit den bundesweiten Bemühungen, Gewalt gegen Frauen in Deutschland entschlossener zu bekämpfen.

Quelle