22 March 2026, 06:20

Hunderte Apotheken in MV schließen zum bundesweiten Protesttag

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie andere Länder, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

80 Prozent der MV-Apotheken am Montag geschlossen - Hunderte Apotheken in MV schließen zum bundesweiten Protesttag

Hunderte Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern bleiben an diesem Montag im Rahmen eines bundesweiten Protests geschlossen. Apotheker fordern höhere Erstattungssätze, die seit 2013 unverändert geblieben sind – trotz steigender Kosten. Die Aktion fällt zusammen mit einer geplanten Demonstration in Berlin, an der sich auch Mitarbeiter aus der Region beteiligen werden.

Der Protest ist das Ergebnis jahrelanger Stagnation bei der Finanzierung von Apothekenleistungen. Die Vergütung für die Abgabe von Medikamenten und Beratungsgespräche wurde seit über einem Jahrzehnt nicht erhöht, obwohl die Betriebskosten kontinuierlich gestiegen sind. Von den rund 350 Apotheken in Mecklenburg-Vorpommern – Stand Ende 2024 – bleiben mehr als 80 Prozent derjenigen, die nicht zum Notdienst eingeteilt sind, den gesamten Tag über geschlossen.

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Bundesweit setzt sich die ABDA – die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände – für eine pauschale Erhöhung der Festbeträge pro Rezept ein. Die Krankenkassen lehnen diesen Vorschlag jedoch ab. Stattdessen schlagen sie ein gestuftes System vor, bei dem sich die Vergütung nach Umsatz und regionalen Faktoren richtet. Die Apotheker im Land fordern die Regierungskoalition auf, frühere Zusagen zur Anpassung der Gebühren endlich umzusetzen.

Trotz der Schließungen bleibt der apothekenübliche Notdienst aufrechterhalten. Über das Online-Portal der Apothekerkammer können Bürger die nächstgelegene geöffnete Apotheke finden. Patienten mit nicht dringendem Bedarf wird empfohlen, ihre Besuche auf Dienstag zu verschieben, um Beeinträchtigungen zu vermeiden.

Der Protest unterstreicht die finanzielle Belastung der Apotheken, die als dezentrales Medikamentenreservoir Deutschlands fungieren. Da keine Lösung in Sicht ist, wird der Montags-Stillstand den Betrieb im gesamten Bundesland beeinträchtigen. Das Ergebnis der Berliner Demonstration könnte entscheiden, ob die Regierung den seit Langem schwelenden Streit um die Vergütungssätze erneut aufgreift.

Quelle