"In die Sonne" strahlt bei den Deutschen Filmpreisen – doch Wenders löst Debatte aus
Admin User"In die Sonne" strahlt bei den Deutschen Filmpreisen – doch Wenders löst Debatte aus
Die Deutschen Filmpreise ehrten in diesem Jahr die Gewinner mit einer Mischung aus Triumph und Reflexion. Regisseur Wim Wenders erhielt einen Ehrenpreis, löste mit einer jahrzehntealten Szene aber auch eine Debatte aus. Derweil ging In die Sonne als großer Sieger des Abends hervor und sicherte sich unter anderem den Preis für den besten Spielfilm.
Den Hauptpreis des Abends – die Goldene Lola für den besten Spielfilm – gewann In die Sonne. Auch Produzent Ingo Fliess stand im Rampenlicht und nahm die Silbere Lola für Gelbe Briefe entgegen. In seiner Dankesrede sprach er herzlich darüber, wie es ist, ohne Angst in Deutschland zu leben und zu arbeiten.
Senta Berger wurde als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in Ach, diese Lücke, diese schreckliche Lücke ausgezeichnet, inszeniert von ihrem Sohn Simon Verhoeven. Lena Urzendowsky, prämiert als beste Nebendarstellerin, nutzte ihren Auftritt, um zu mehr Empathie aufzurufen und ein Ende von Gewalt sowie Grenzüberschreitungen zu fordern.
Die Veranstaltung nahm eine ernste Wendung, als Wim Wenders eine umstrittene Szene aus seinem Film Falsche Bewegung von 1975 thematisierte. Die Szene zeigt Nastassja Kinski, die damals erst 13 Jahre alt war. Wenders räumte ein, dass er sie heute nicht mehr so drehen würde, und stellte die Frage, ob Filme nach ihrer Veröffentlichung bearbeitet werden sollten. Er warnte davor, dass das Schneiden solcher Szenen einen Präzedenzfall für andere Werke schaffen könnte.
Der Regisseur schlug vor, innerhalb der Deutschen Filmakademie eine Diskussion darüber zu führen, wie mit problematischen Inhalten aus älteren Filmen umgegangen werden soll. Auch Akademieleiter Florian Gallenberger und Moderator Christian Friedel nutzten die Bühne, um ihre Besorgnis über den Aufstieg der rechtsextremen AfD zum Ausdruck zu bringen.
Die Preisverleihung stand damit sowohl für künstlerische Leistungen als auch für aktuelle Debatten im Kino. In die Sonne dominierte die Liste der Gewinner, während Wenders’ Äußerungen eine Diskussion über Filmgeschichte und Verantwortung anregten. Zudem gab es Appelle für Geschlossenheit gegen politischen Extremismus.






