Joachim Gauck warnt vor Europas "verfetteter Ohnmacht" bei Leopoldina-Rede
Admin UserJoachim Gauck warnt vor Europas "verfetteter Ohnmacht" bei Leopoldina-Rede
Ehemaliger Bundespräsident Joachim Gauck hält Rede bei gemeinsamer Frühlingsveranstaltung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
Am 14. April 2026 wird der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck die Hauptrede beim gemeinsamen Frühlingsempfang der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle (Saale) halten. Im Rahmen der Veranstaltung wird zudem Professorin Laura Hinze mit dem Leopoldina Early Career Award 2026 ausgezeichnet. Sowohl der Vortrag als auch die Preisverleihung sind öffentlich zugänglich – der Eintritt ist frei, zudem besteht die Möglichkeit zur Online-Teilnahme.
Gaucks Rede mit dem Titel "Zeiten geopolitischen Wandels: Eine neue Verantwortung für Europa" widmet sich den Sicherheitsherausforderungen des Kontinents seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022. In einem Interview mit Caren Miosga im März 2026 hatte er Europa als einer "erhöhten Bedrohung durch Russland" ausgesetzt beschrieben und eine dringende militärische Aufrüstung gefordert. Gauck betonte, Europa müsse seine Abhängigkeit von den USA verringern, und bezeichnete aktuelle Verhandlungen mit Putin als "sinnlos". Zugleich warnte er vor einem Zustand der "verfetteten Ohnmacht" – ein Begriff, der auf eine selbstzufriedene Schwäche anspielt.
In seinem Vortrag wird Gauck zudem auf hybride Bedrohungen, Desinformationskampagnen und die inneren Risiken eingehen, die von populistischen Bewegungen ausgehen und demokratische Institutionen untergraben.
Neben Gaucks Rede erhält Professorin Laura Hinze den Leopoldina Early Career Award 2026, der mit 5.000 Euro aus Mitteln des Freundeskreises der Akademie dotiert ist. Hinze wird einen eigenen Vortrag halten mit dem Titel "Unendliche Räume als Überlebensstrategie von Krebszellen", der ihre Forschungsschwerpunkte widerspiegelt.
Die Veranstaltung findet von 17:30 bis 19:00 Uhr im Festsaal der Leopoldina, Jägerberg 1, statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung bis zum 10. April 2026 jedoch erforderlich.
Der Empfang verbindet Gaucks Analyse der europäischen Sicherheitkrise mit den wissenschaftlichen Leistungen Hinzes. Die Organisatoren ermöglichen sowohl eine Präsenz- als auch eine Online-Teilnahme, um eine breitere Öffentlichkeit einzubinden. Interessierte müssen sich bis zum Stichtag anmelden, um ihren Platz zu sichern.






