Kinder aus ländlichen Schulen rocken die Bühne mit mutigem Musiktheater-Projekt
Admin UserKinder aus ländlichen Schulen rocken die Bühne mit mutigem Musiktheater-Projekt
Ein lebendiges Musiktheaterprojekt hat 32 Kinder aus ländlichen Schulen zu einer mutigen Neuinszenierung zusammengebracht.„Könige und Königinnen – Ein musikalischer Coup“, Teil der Musiktheater-360°-Reihe der Rheinsberger Musikakademie, präsentiert ihre Kreativität auf der Bühne. Trotz bevorstehender Prüfungen nahmen sich Schülerinnen wie Fieby und Helene von der Clara-Zetkin-Schule Zeit, um ihre Rollen zu perfektionieren.
Das Projekt entstand aus einer Idee des Ensemble Quillo, das seit über zwei Jahrzehnten zeitgenössische Musik in ländliche Regionen bringt. Diesmal lag der Fokus auf Kindern mit besonderem Förderbedarf. Die Gruppe begleitete sie durch Kostümgestaltung, Tanz und Tontechnik. Lehrkräfte berichteten, wie die Erfahrung ihnen half, ihre Schüler anders zu sehen – nicht als „falsch“, sondern als junge Menschen, die einfach Raum brauchen, um sich auszudrücken und eigene Regeln aufzustellen.
Die Aufführung selbst vereinte eindrucksvolle Kontraste. Plötzlich verdunkelte sich die Bühne für eine traumhafte Szene: Ein entenartiges Wesen mit schwarzen Schwingen und einer schnabelhaften Maske schlich heran und verschlang ein Mädchen. Im nächsten Moment übernahm die Komödie das Zepter, als der Nachrichtensprecher Ente Kross das Publikum aufforderte, eine Nummer mit den Endziffern 6 und 7 anzurufen. Eine Gruppe von 11- bis 16-jährigen Mädchen stand ebenfalls im Rampenlicht, bewaffnet mit handbemalten Stäben, den „Regenmachern“. Gefüllt mit Kieselsteinen erzeugten sie im Gleichschritt ein rhythmisches Geräusch wie fallender Regen.
Trotz des Drucks durch anstehende Deutschprüfungen blieben Teilnehmerinnen wie Fieby und Helene engagiert. Sie besuchten Proben, feilten an ihren Texten und sorgten dafür, dass jedes Detail saß. Der Höhepunkt der Show zeigte die jungen Darsteller:innen tanzend über die Bühne, ihre Gesichter strahlend vor Freude.
Das Projekt bewies, dass zeitgenössische Musik sowohl zugänglich als auch tiefgreifend partizipativ sein kann. Indem es das Publikum von Anfang an einband, schuf Musiktheater 360° ein Erlebnis, das über die reine Aufführung hinausging. Für die Kinder war es eine Chance, zu glänzen – und für ihre Lehrkräfte eine Lektion darin, Potenzial an unerwarteten Orten zu erkennen.






