22 March 2026, 14:20

Klimaproteste gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven eskalieren

Eine Gruppe von Menschen an einem sandigen Strand in der Nähe von Zelten, mit einer Wand und einer Brücke im Hintergrund, die an einer Klimademonstration teilnehmen.

Klimaproteste gegen drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven eskalieren

Klimaschützer protestieren gegen geplantes drittes LNG-Terminal bei Wilhelmshaven

Am Hooksiel Außenhafen versammelten sich Klimaschutzaktivisten, um gegen die Pläne für ein drittes Flüssigerdgas-Terminal (LNG) in der Nähe von Wilhelmshaven zu demonstrieren. Rund 80 Menschen nahmen an der Kundgebung teil, die sich gegen die Höegh Esperanza richtete – ein riesiges Lagerschiff und Regasifizierungsschiff, das vor der Küste vor Anker liegt. Kritiker werfen dem Projekt vor, die Klimaziele zu untergraben und gleichzeitig ein wichtiges Naturschutzgebiet zu gefährden.

Im Mittelpunkt des Protests stand das geplante Terminal, das Gegner als "die dreisteste Form von Greenwashing" bezeichnen. Milena Pressentin von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) wies Nachhaltigkeitsversprechen zurück und nannte es "den Bau und Betrieb eines fossilen LNG-Terminals für den Import von fossilem Erdgas". Ein Bündnis aus DUH, BUND und NABU hat bereits Klage gegen den Bebauungsplan Nr. 225 eingereicht – mit der Begründung, dieser verstoße gegen Artenschutzgesetze.

Das betroffene Gebiet gilt als Biodiversitäts-Hotspot und ist Heimat für über 600 Arten, viele davon bedroht. Aktivisten warnen, dass die industrielle Erschließung eine ohnehin schon gefährdete Region weiter belasten würde. Martin Lüdders von Fridays for Future betonte vor den Demonstranten, Wilhelmshaven sei "die von der Klimakrise am stärksten bedrohte Region Deutschlands".

Lokale Verantwortliche hingegen verteidigen das Vorhaben. Niksa Marusic, Leiter der Stadtplanung in Wilhelmshaven, argumentiert, die Änderungen in den Flächennutzungs- und Bebauungsplänen dienten sowohl den Klimazielen als auch der Energiesicherheit. Doch seit 2022 wurde an der deutschen Nord- oder Ostseeküste kein neues LNG-Terminal fertiggestellt, und auch im März 2026 befindet sich keines in fortgeschrittenem Bau. Zudem hat die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, weil das Land die Vogelschutzrichtlinie nicht ausreichend umsetzt.

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Der Protest zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen Energieinfrastruktur und Umweltschutz. Mit anhängigen Klagen und EU-Kritik an Naturschutzdefiziten bleibt die Zukunft des Terminals ungewiss. Vorerst bleiben Aktivisten und Behörden uneins darüber, ob das Projekt mit den deutschen Klimaverpflichtungen vereinbar ist.

Quelle