24 May 2026, 08:17

Koblenz kämpft mit 5-Millionen-Loch durch veraltete Berufsschul-Finanzierung

Stadtpersonalamt untersucht: Haben Koblenzer Mitarbeiter Millionen an Schaden verursacht?

Koblenz kämpft mit 5-Millionen-Loch durch veraltete Berufsschul-Finanzierung

Koblenz steht vor einem Finanzloch von über 5 Millionen Euro wegen veralteter Berufsschul-Finanzierung

Die Stadt Koblenz sieht sich mit einem Haushaltsdefizit von mehr als 5 Millionen Euro konfrontiert – verursacht durch veraltete Zuschussregelungen für Berufsschulen. Der Grund: Neun umliegende Landkreise haben ihre Beiträge seit Jahren nicht angepasst, während die Kosten in Koblenz stetig stiegen – ohne Ausgleich. Nun läuft eine Prüfung, ob die Verluste hätten vermieden werden können und ob Versicherungsansprüche zumindest einen Teil der Summe zurückholen können.

Das Problem reicht Jahre zurück. Die Zuschüsse der Nachbarkreise blieben bei pauschal 190 Euro pro Teilzeit-Berufsschüler stehen. Doch die tatsächlichen Kosten pro Schüler in Koblenz kletterten auf 406,80 Euro. Diese Schere führt zu einem jährlichen Fehlbetrag von über 400.000 Euro, da 1.932 Schüler aus Kreisen wie Ahrweiler, Mayen-Koblenz und Westerwald die Schulen in der Stadt besuchen.

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Seit 2014 summiert sich das Minus auf mehr als 5 Millionen Euro. Der Rechnungsprüfungsausschuss hinterfragt nun, warum die Kreisumlagen trotz offensichtlicher Kostensteigerungen nie angepasst wurden. Als Reaktion kündigte Koblenz an, künftig regelmäßig die Kostenentwicklung zu prüfen und die Beiträge entsprechend anzupassen.

Ab Januar dieses Jahres zahlen die Landkreise rückwirkend 300 Euro pro Schüler, bis 2028 soll der Satz auf 400 Euro steigen. Damit soll die Finanzlücke geschlossen werden. Parallel prüft die Stadt, ob eine Berufshaftpflichtversicherung frühere Fehlentscheidungen in der Haushaltsführung abdecken könnte.

Die neuen Umlagesätze entlasten Koblenz zwar spürbar, doch die jahrelang angehäuften Verluste bleiben bestehen. Künftige regelmäßige Kostenanalysen der Berufsschulen sollen ähnliche Engpässe verhindern. Gleichzeitig soll die laufende Untersuchung klären, ob über Versicherungsleistungen weitere Entschädigungen möglich sind.

Quelle