11 June 2026, 14:20

Kritik an CDU-naher Denkfabrik R21: Wird hier Parteipolitik mit Steuergeldern finanziert?

Vom rechten Think Tank zu Katherina Reiche

Kritik an CDU-naher Denkfabrik R21: Wird hier Parteipolitik mit Steuergeldern finanziert?

Die Münchner konservative Denkfabrik Republik 21 (R21) gerät zunehmend in die Kritik wegen ihrer engen Verflechtung mit der Parteipolitik. Obwohl die Organisation als gemeinnützig eingetragen ist und bis zu 500.000 Euro an staatlichen Fördergeldern erhalten könnte, gibt es Zweifel an ihrer Neutralität.

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R21 wurde 2021 gegründet und erhält Unterstützung von prominenten CDU-Politikern. Jens Spahn, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, lobte die Denkfabrik öffentlich und bezeichnete sich als „sehr dankbar“ für ihre Arbeit. 2025 setzte sich die Unionsfraktion für eine staatliche Förderung von R21 ein – obwohl sie zuvor öffentliche Gelder für politisch positionierte NGOs abgelehnt hatte.

Ein von Campact in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten kommt zu dem Schluss, dass R21 „de facto wie eine politische Partei“ agiere, ohne offiziell als solche anerkannt zu sein. Experten warnen, dass die klare parteiliche Ausrichtung die Organisation von öffentlichen Zuschüssen ausschließen könnte. Zum Vorstand der Denkfabrik gehören der Historiker Andreas Rödder und die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder, die kürzlich eine Überprüfung der deutschen Klimaziele forderte.

Nils Hesse, ein regelmäßiger Autor für R21, übernahm eine Führungsposition im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter Ministerin Katharina Reiche. Ein Jahr lang leitete er kommissarisch die Abteilung „Reden und Strategische Kommunikation“. Zuvor hatte er in seinen Veröffentlichungen für die Denkfabrik die deutsche Energiewende als ein „immer instabileres Kartenhaus“ kritisiert.

Nun stellt sich die Frage, ob R21 überhaupt Anspruch auf öffentliche Mittel hat. Rechtsexperten und Kritiker argumentieren, dass die Nähe zur Parteipolitik gegen Förderrichtlinien verstoßen könnte. Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen dem gemeinnützigen Status der Organisation und ihren politischen Aktivitäten auf.

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