26 March 2026, 06:20

Kulturstaatsminister Weimer steht wegen umstrittenen Entscheidungen in der Kritik

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Kulturstaatsminister Weimer steht wegen umstrittenen Entscheidungen in der Kritik

Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien in Deutschland, sieht sich wachsender Kritik wegen mehrerer jüngster Entscheidungen ausgesetzt. Zu den umstrittenen Maßnahmen gehören der Baustopp an der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig, die Überprüfung von Buchhandlungen durch den Verfassungsschutz sowie der Ausschluss von Buchläden von einer bedeutenden Buchhandelsauszeichnung. Trotz der massiven Rückschläge haben Spitzenpolitiker ihn öffentlich unterstützt.

Die jüngste Welle der Kritik begann, als Weimer den Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig vorläufig stoppen ließ. Kultureinrichtungen und Oppositionspolitiker hinterfragten diesen Schritt und warnten vor Verzögerungen bei dem wichtigen Projekt. Gleichzeitig wurde bekannt, dass er den Verfassungsschutz angewiesen hatte, bestimmte Buchhandlungen zu prüfen – ein ungewöhnlicher Vorgang, der Befürchtungen über einen Machtmissbrauch weckte.

Zudem schloss Weimer mehrere Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis aus und sagte die Preisverleihung ab. Diese Entscheidung löste scharfe Proteste von Buchhändlern und Verteidigern der Meinungsfreiheit aus. Unabhängig davon berichteten Medien, er habe versucht, Tricia Tuttle, die Direktorin der Berlinale, abzulösen – eine offizielle Bestätigung blieb jedoch aus.

Der Druck auf Weimer erhöhte sich weiter, als die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora ihn aufforderte, von einer Rede zur diesjährigen Befreiungsfeier zurückzutreten. Seine Handlungen stünden im Widerspruch zu den Werten der Erinnerungskultur und Demokratie, die bei der Veranstaltung im Mittelpunkt stünden, hieß es zur Begründung.

Chancellor Olaf Scholz verteidigte Weimer daraufhin und verwies auf dessen breites kulturelles Engagement, das auf breite Zustimmung stoße. Auch Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, bekräftigte im Bundestag sein Vertrauen in den Minister. Zwar räumte Merz ein, dass ein Kulturstaatsminister zwangsläufig mit Kontroversen konfrontiert werde, doch betonte er, Weimer genieße weiterhin seine Rückendeckung. Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer unterstrich diese Haltung und erklärte, Weimer erfülle seine Aufgaben mit der vollen Unterstützung der Bundesregierung.

Weder Merz noch die Regierung haben sich bisher öffentlich zu den konkreten Vorwürfen geäußert, etwa zum Ausschluss von Buchhandlungen beim Buchpreis oder zu den angeblichen Einmischungen bei der Berlinale.

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Die Auseinandersetzungen zeigen keine Anzeichen einer Entspannung. Kultureinrichtungen und politische Gegner stellen Weimers Vorgehen weiterhin infrage. Vorerst haben jedoch sowohl der Kanzler als auch Merz klar gemacht, dass er im Amt bleibt. Seine nächsten Schritte – und ob weitere Kontroversen aufkommen – werden wohl entscheiden, wie lange dieser Rückhalt anhält.

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