30 March 2026, 10:21

Massive Proteste gegen sexualisierte Gewalt fordern Politik zum Handeln auf

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Du kannst uns nicht unterdrücken, vereine dich widerstehe Feministin" auf einer Straße, mit einem Fahrrad in der Nähe und Ballons im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Massive Proteste gegen sexualisierte Gewalt fordern Politik zum Handeln auf

Proteste gegen sexualisierte und digitale Gewalt erschüttern Deutschland am Wochenende

Dieses Wochenende haben in ganz Deutschland Proteste gegen sexualisierte und digitale Gewalt stattgefunden. In Bonn versammelten sich am Sonntag Hunderte, um stärkere Schutzmaßnahmen für Frauen zu fordern, während am Vortag in Köln über 5.000 Menschen auf die Straße gingen. Die Demonstrationen folgen einem Der-Spiegel-Bericht über den Schauspieler Christian Ulmen, der die öffentliche Empörung über Missbrauch und Online-Belästigung neu entfacht hat.

Die aktuelle Protestwelle begann am Samstag in Köln, wo mehr als 5.000 Menschen trotz Kälte und Regen gegen sexualisierte Gewalt demonstrierten. Einen Tag später füllten über 500 Demonstrant:innen den Bonner Marktplatz vor dem alten Rathaus. Organisiert von einem Bündnis aus Stadtratsparteien – Grünen, CDU, SPD und Volt – erhielt die Veranstaltung Unterstützung von CDU-Politikerinnen, die strengere rechtliche Schutzmechanismen forderten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Auslöser der Proteste war der Spiegel-Bericht von 2024, in dem die Schauspielerin Collien Fernandes ihrem Ex-Mann Christian Ulmen Vorwürfe macht. Der Fall hat die Debatte über digitale Gewalt verschärft: 61,2 % der 18.224 gemeldeten Vorfälle im Jahr 2024 richteten sich gegen Frauen – ein Anstieg von 6 % im Vergleich zu 2023. Durch Straßenproteste, von Prominenten angeführte Social-Media-Kampagnen und Bundestagsdebatten ist das Thema nun in den Fokus gerückt.

Politiker:innen reagierten mit Reformvorschlägen. SPD-Justizministerin Stefanie Hubig kündigte ein Gesetz für 2026 an, das nicht einvernehmliche Intimbilder und Deepfakes unter Strafe stellt – mit Haftstrafen von bis zu zwei Jahren. Die Grünen-Abgeordneten Lena Gumnior und Luise Amtsberg forderten schärfere Strafen in Abhängigkeitsverhältnissen und bessere Opferhilfe. CDU-Politiker Günter Krings drängte auf die Schließung rechtlicher Schlupflöcher, etwa beim GPS-Tracking durch Täter:innen. Unterdessen kritisierte Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, sich nicht stärker für gesetzliche Änderungen einzusetzen.

Auf der Bonner Kundgebung riefen alle Redner:innen Männer dazu auf, sich gegen frauenfeindliches Verhalten zu stellen. Plakate mit Sprüchen wie "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf Cindy Laupers Hit – unterstrichen die Forderung nach grundlegender Sicherheit.

Die Proteste setzen die Politik unter Handlungsdruck. Ein Gesetz zum Schutz vor digitaler Gewalt befindet sich derzeit in der Abstimmung zwischen den Ressorts, mit möglichen Haftstrafen für Täter:innen. Aktivist:innen bestehen darauf, dass die Reformen sowohl Online-Missbrauch als auch physische Gewalt bekämpfen müssen, um nachhaltigen Wandel zu bewirken.

Quelle