"Merz kann mich am Arsch lecken" – wie ein Slogan Deutschland polarisiert
Admin User"Merz kann mich am Arsch lecken" – wie ein Slogan Deutschland polarisiert
In den letzten Monaten hat sich in Deutschland ein provokanter Slogan gegen Friedrich Merz verbreitet. Der Spruch "Merz kann mich am Arsch lecken" tauchte erstmals Anfang März bei einer Demonstration gegen die Wehrpflicht in Berlin auf. Seitdem ist er in Memes, Protestparolen und sogar in Hip-Hop-Songs zu finden.
Am vergangenen Freitagabend wurde ein großes Transparent mit dem Slogan an der Fassade der Technischen Universität Berlin aufgehängt. Die Polizei entfernte es innerhalb von 15 Stunden – eine Maßnahme, die eine Debatte über Meinungsfreiheit und politische Äußerungen auslöste.
Besonders während des Bundestagswahlkampfs 2025 gewann der Spruch an Fahrt: Er erschien in Internet-Memes, auf Protestschildern und als Graffiti an CDU-Parteibüros. Merz selbst äußerte sich nie direkt dazu, verurteilte aber in Interviews und Reden verbale Angriffe als "unwürdig" und "kindisch".
Für das Transparent an der TU Berlin verantwortlich war die Studierendengruppe EB 104, die auf dem Campus Veranstaltungen und Lernräume organisiert. Nach der Entfernung kritisierte die Initiative das Vorgehen als "höchst problematisch" und warf der Polizei vor, studentische Selbstverwaltung und freie Meinungsäußerung zu untergraben.
Unterdessen ermitteln die Behörden gegen den 18-Jährigen, der den Slogan im März erstmals bei der Demonstration verwendete. Dem Jugendlichen drohen Anklagen wegen Beleidigung und übler Nachrede – nach deutschem Recht strafbare Äußerungen, die den Ruf einer Person schädigen. Kritiker sehen darin einen gefährlichen Präzedenzfall für politische Opposition.
Die öffentliche Reaktion fällt gespalten aus: Manche halten den Spruch für harmlose Satire, andere betrachten das strafrechtliche Vorgehen als überzogen. Die Diskussion hat sich weiter zugespitzt, seit die Parole in Protesten und Online-Inhalten kursiert.
Der Vorfall hat die Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit in der politischen Auseinandersetzung neu entfacht. Die Studierendengruppe hinter dem Transparent besteht darauf, dass es sich um legitimen Protest handelte. Da die Ermittlungen noch laufen, könnte der Fall künftig Einfluss darauf haben, wie ähnliche Äußerungen in Wahlkämpfen behandelt werden.






