05 April 2026, 04:17

Neues Online-Portal enthüllt historische Dokumente zu Rechtsextremismus in Deutschland

Offenes Buch mit handgeschriebenem Text auf den Seiten, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland, mit sichtbaren Wasserzeichen unten.

Neues Online-Portal enthüllt historische Dokumente zu Rechtsextremismus in Deutschland

Ein neues Online-Portal bietet ab sofort kostenlosen Zugang zu historischen Dokumenten über rechtsextreme Strömungen in Deutschland. Die Plattform deckt den Zeitraum von 1945 bis 2000 ab und richtet sich an Forscher:innen, Schulen sowie die politische Bildungsarbeit. Fachleute haben die Materialien sorgfältig annotiert und für die öffentliche Nutzung aufbereitet.

Das unter radikale-rechte.de abrufbare Portal enthält Propagandatexte, gewaltverherrlichende Rhetorik sowie gezielt an junge Menschen gerichtete Unterlagen. Über 30 Expert:innen trugen zur Analyse und Einordnung der Dokumente bei.

Zwischen 1945 und 2000 entwickelte sich die rechtsextreme Propaganda in Deutschland von underground agierenden neonazistischen Netzwerken. Anfangs nutzten die Akteur:innen Flugblätter, Musik und die Skinhead-Szene, um enttäuschte Jugendliche und Arbeitslose zu erreichen. Später konzentrierten sich Gruppen wie der NSU (aktiv von 2000 bis 2007) auf organisierte rassistische Gewalt gegen Migrant:innen. Nach dem Jahr 2000 verlagerten sich die Strategien weiter: Über soziale Medien wie Instagram, TikTok und Telegram verbreiteten sie Parolen wie "Wir sind das Volk" oder "Lügenpresse". Algorithmen verstärkten die Reichweite besonders bei jüngeren Zielgruppen.

Herausgegeben wird das Projekt von Prof. Dr. Frank Bösch und Prof. Dr. Gideon Botsch. Ihre Arbeit zeigt, wie sich extremistische Taktiken über Jahrzehnte wandelten – von physischer Propaganda bis zur digitalen Radikalisierung.

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Das Portal ermöglicht den direkten Zugang zu Quellenmaterialien über Rechtsextremismus für Lehrkräfte, Historiker:innen und die interessierte Öffentlichkeit. Durch die Dokumentation von Veränderungen in Propaganda und Rekrutierungsstrategien entsteht ein präziseres Bild davon, wie sich extremistische Bewegungen im Laufe der Zeit veränderten. Die annotierten Unterlagen stehen nun für Forschungs- und Bildungszwecke zur Verfügung.

Quelle