New Yorks skurrilste Tradition: Die Aprilscherz-Parade von Joey Skaggs
Admin UserNew Yorks skurrilste Tradition: Die Aprilscherz-Parade von Joey Skaggs
Jedes Jahr am 1. April ist New York Schauplatz einer ungewöhnlichen Tradition: Joey Skaggs' Aprilscherz-Parade. Seit 1986 zieht das Event Medienvertreter, Marschkapellen und neugierige Zuschauer an – alles Teil eines ausgeklügelten Streichs, der den öffentlichen Glauben auf die Probe stellen und die Absurdität feiern soll. Die diesjährige Ausgabe präsentierte einen Präsidenten-Darsteller, eine satirische Filmvorführung und sogar eine Lesung aus den Jeffrey-Epstein-Akten.
Die Parade begann 1986 als Projekt von Skaggs, der sich selbst als Scherzkeks und Künstler bezeichnet, um zu erkunden, wie leicht Menschen Unglaubwürdiges akzeptieren. Im Laufe der Jahre hat sie sich zu einem Medienspektakel entwickelt, bei dem Fernsehteams und Schulkapellen regelmäßig auftauchen, um zu berichten oder aufzutreten. 2015 produzierte der chinesische Sender SinoVision sogar einen vierminütigen Beitrag über die Veranstaltung.
Frühere Ausgaben umfassten unter anderem einen Donald-Trump-Doppelgänger-Wettbewerb und eine Y2K-Apokalypse-Party. Skaggs sieht die Parade sowohl als soziales Experiment als auch als Kunstform, wobei er die Medien als seine Leinwand nutzt. Sein Ziel ist es, die Menschen an ihre "angeborene Dummheit" zu erinnern und gleichzeitig das Recht zu feiern, über Autoritäten zu lachen.
Die Tradition der Aprilscherze reicht jedoch über Skaggs' Parade hinaus. 1985 täuschte Sports Illustrated seine Leser mit einer Geschichte über Hayden "Sidd" Finch, einen fiktiven Pitching-Talent der Mets, das angeblich einen 270 km/h schnellen Fastball werfen konnte. Jahrzehnte später, 1998, veranstaltete David Bowie eine Party für den erfundenen britischen Schriftsteller William Boyd – komplett mit einer fingierten Biografie –, die sich am Ende als Scherz entpuppte.
Die diesjährige Parade führte die Tradition fort, Satire mit gesellschaftlicher Kritik zu verbinden. Ohne offizielle Zählung der beteiligten Medien bleibt die Veranstaltung eine Mischung aus Performance-Kunst und öffentlichem Schabernack. Skaggs' jährlicher Streich testet weiterhin, was die Menschen glauben – und wie weit ein Scherz gehen kann, bevor die Wahrheit ans Licht kommt.






