Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor Gaskrise: Speicher nur zu 20 Prozent gefüllt
Admin UserOlaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor Gaskrise: Speicher nur zu 20 Prozent gefüllt
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat angesichts des nahenden Winters ernste Bedenken zur Energieversorgung Deutschlands geäußert. Die Gasreserven sind drastisch gesunken und liegen bei nur noch etwas über 20 Prozent – deutlich unter den Werten des Vorjahres. Lies fordert die Bundesregierung nun auf, zu handeln, bevor sich die Lage weiter verschärft.
Stand 20. Februar 2026 betragen die deutschen Gasreserven etwa 20,7 Prozent, ein deutlicher Rückgang gegenüber 44 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Um das November-Ziel von 70 Prozent Speicherkapazität zu erreichen, müssten die Betreiber rund 125 Terrawattstunden (TWh) Gas beschaffen. Bei den aktuellen Marktpreisen von etwa 50 Euro pro Megawattstunde (MWh) würden dafür schätzungsweise 6,25 Milliarden Euro anfallen.
Lies betont die Notwendigkeit, die Gasbezüge zu diversifizieren, und verweist auf Flüssiggas-Terminals (LNG) sowie Importe aus Norwegen und den Niederlanden. Zudem setzt er sich für den Bau eines dritten LNG-Terminals in Wilhelmshaven ein, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Gleichzeitig warnt er, dass die Spannungen mit dem Iran die Energiemärkte weiter destabilisieren könnten – was die Bedeutung heimischer Förderung, etwa von Nordsee-Gas, noch unterstreicht.
Der Ministerpräsident kritisiert Forderungen nach einer Rückkehr zur Kernenergie. Solche Debatten schüfen seiner Meinung nach nur Unsicherheit – sowohl in der Bevölkerung als auch in der Wirtschaft. Stattdessen verlangt er von den Mineralölkonzernen, die stark gestiegenen Spritpreise an den Tankstellen in den Griff zu bekommen. Sein Fokus liegt darauf, durch pragmatische Maßnahmen eine stabile und bezahlbare Energieversorgung zu sichern – und nicht auf umstrittenen Alternativen.
Angesichts historisch niedriger Gasspeicherstände und Millardenkosten für die Wiederauffüllung steht Deutschland vor einem herausfordernden Winter. Lies pocht darauf, alle Optionen zu prüfen – von der Ausweitung der LNG-Kapazitäten bis hin zur Aufrechterhaltung der heimischen Förderung. Die Bundesregierung gerät zunehmend unter Druck, mit konkreten Plänen zu reagieren, bevor die Vorräte noch weiter schrumpfen.






