19 March 2026, 14:24

Osnabrücks Wald wird zum klimafesten Mischwald umgestaltet – wie der Natruper Holz sich wandelt

Ein Plakat mit einer detaillierten Zeichnung eines grünen, blättrigen Baumes mit der fetten Überschrift "Forstgärtnern" darüber.

Osnabrücks Wald wird zum klimafesten Mischwald umgestaltet – wie der Natruper Holz sich wandelt

Der Natruper Holz, ein 220 Hektar großer Wald in Osnabrück, durchläuft eine tiefgreifende Umgestaltung, um sich an den Klimawandel anzupassen. In den vergangenen 20 Jahren hat die Stadt den einst von Buchen dominierten Wald in einen artenreicheren Mischwald verwandelt. Die neue Strategie zielt darauf ab, einen widerstandsfähigen Forst zu schaffen, der Wildtieren Lebensraum bietet, Kohlenstoff speichert und für die Bevölkerung ein unverzichtbarer grünen Rückzugsort bleibt.

Noch 2006 machten Buchen etwa 70 Prozent des Natruper Holzes aus. Doch Stürme wie Kyrill und gezielte Aufforstungsmaßnahmen haben das Gesicht des Waldes verändert. Eichen nehmen heute 25 Prozent der Fläche ein – vor zwei Jahrzehnten waren es nur 10 Prozent. Der Birkenanteil stieg von 5 auf 15 Prozent, während die nicht heimische Douglasie mittlerweile 8 Prozent des Gebiets bedeckt.

Der städtische Plan setzt auf heimische Arten wie Stiel-Eiche, Buche, Vogelkirsche und Ahorn. Fremde Baumarten wie Roteiche und Fichte werden schrittweise reduziert, um die Widerstandsfähigkeit des Waldes gegen Dürre, Stürme und Schädlinge zu stärken. Besonders die Eiche steht im Fokus: Sie beherbergt mehr Insektenarten als jeder andere heimische Baum, hat aber im Konkurrenzkampf mit der schattenverträglichen Buche oft das Nachsehen.

Um die Artenvielfalt zu fördern, bleiben Habitatbäume und Totholz erhalten. Gleichzeitig wird der Wasserrückhalt verbessert – durch Mulden, Gräben und kontrollierte Überflutungszonen. Diese Maßnahmen helfen dem Wald, mit extremen Niederschlägen und längeren Trockenperioden zurechtzukommen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In diesem Frühjahr werden Forstmitarbeiter Bäume mit farbiger Markierung versehen, um unterschiedliche Pflegemaßnahmen zu kennzeichnen. Jeder Abschnitt des Waldes erfordert individuelle Betreuung, da es keine einheitliche Lösung für alle Bereiche gibt. Die Holzeinschläge im Rahmen des Projekts sollen der Stadt Erlöse im unteren fünfstelligen Bereich einbringen.

Das Vorhaben ist eine gemeinsame Initiative der Osnabrücker Naturschutz- und Forstbehörde und der Stadtwerke Osnabrück. Gemeinsam bewirtschaften sie eine Waldfläche, die 314 Fußballfeldern entspricht.

Die Veränderungen im Natruper Holz spiegeln einen langfristigen Wandel hin zu einem klimaresilienten Wald wider. Durch die Förderung heimischer Arten, den Erhalt von Totholz und ein verbessertes Wassermanagement soll der Wald trotz Umweltbelastungen gedeihen. Gleichzeitig bleibt er Lebensraum für Tiere, Kohlenstoffspeicher und Naherholungsgebiet für die Bevölkerung.

Quelle