10 April 2026, 18:20

Rapsglanzkäfer 2026: Wann lohnt sich der Einsatz von Insektiziden wirklich?

Altes Buch mit dem Titel "Die Bienenordnung oder die wahre Geschichte des Umgangs mit ihnen" mit einer Bienenstock-Illustration und umgebenen Insekten.

Rapsglanzkäfer 2026: Wann lohnt sich der Einsatz von Insektiziden wirklich?

Winterraps entwickelt sich in diesem Frühling in vielen Regionen gut. Mit dem Eintritt in die Schossphase und der sichtbaren Bildung der Hauptblütenstände steht Landwirte jedoch vor einer vertrauten Herausforderung: die Bedrohung durch Rapsglanzkäfer. Die Schädlinge können erhebliche Schäden anrichten, doch eine Behandlung ist nicht immer notwendig – oder wirtschaftlich sinnvoll.

Der Rapsglanzkäfer wird im Frühjahr 2026 ab dem Entwicklungsstadium BBCH 32/51 zum Risiko. Experten betonen jedoch, dass der Einsatz von Insektiziden nur dann kostendeckend ist, wenn vor der Blüte mehr als zehn Käfer pro Hauptknospe auftreten. Gelbschalen, die oft zur Überwachung genutzt werden, verlieren ihre Zuverlässigkeit, sobald sich die Knospen bilden – Landwirte müssen die Käfer daher direkt an den Pflanzen zählen.

Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, sollten Landwirte mehrere Feldbegehungen entlang einer Transektlinie durchführen. Ausschlaggebend ist die Anzahl der Käfer pro Hauptknospe – nicht die Fangmenge in den Fallen. Falls eine Behandlung nötig ist, können auf Acetamiprid basierende Mittel wie Mospilan SG oder Danjiri zwischen BBCH 51 und 59 eingesetzt werden, allerdings ohne Zusatz von Adjuvantien.

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Bei gleichzeitigem Befall mit Rapsstängelrüsslern in behandlungswürdiger Dichte kommt Trebon 30 EC infrage – jedoch erst nach Beendigung der täglichen Bienenflugaktivität. Eine bienenfreundlichere Alternative sind Tau-Fluvalinat-Produkte wie Mavrik Vita oder Evure, die selbst über BBCH 59 hinaus zugelassen bleiben.

In vielen Fällen lässt sich auf Insektizide vollständig verzichten. Das spart Landwirten Kosten, schont die Umwelt und beeinträchtigt dennoch nicht die Gesundheit der Kultur. Ob eine Behandlung gegen Rapsglanzkäfer sinnvoll ist, hängt von präziser Überwachung und klaren Schadenschwellen ab. Durch die Konzentration auf die Käferzahlen pro Hauptknospe können Landwirte unnötige Spritzungen vermeiden. Falls ein Eingriff erforderlich ist, bieten zugelassene Mittel gezielte Lösungen – bei gleichzeitiger Schonung der Bestäuber.

Quelle