19 April 2026, 20:17

Schneiders riskanter Plan: Windkraftausbau in windschwachen Regionen Deutschlands

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, begleitet von erklärendem Text.

Schneiders riskanter Plan: Windkraftausbau in windschwachen Regionen Deutschlands

Bundesumweltminister Carsten Schneider plant Ausbau der Windkraft in windschwachen Regionen

Bundesumweltminister Carsten Schneider hat Pläne vorgelegt, die Windenergie in den windärmsten Gebieten Deutschlands auszubauen. Das Vorhaben soll die Abhängigkeit vom überregionalen Stromtransport verringern und die lokale Energieerzeugung stärken. Kritiker warnen jedoch, dass die hohen Kosten in diesen Regionen die ohnehin schon hohen Strompreise für Unternehmen weiter in die Höhe treiben könnten.

Bayern verzeichnet derzeit besonders ungünstige Windbedingungen: Die Turbinen erreichen dort im Schnitt nur einen "Gütemittelwert" von 55 Prozent. Über drei Viertel der Windparks liegen in Schwachwindgebieten, erhalten aber erhebliche Subventionen, um wirtschaftlich tragfähig zu bleiben. Das staatliche "Referenzertragsmodell" stockt die Einspeisevergütungen für diese weniger effizienten Standorte auf – durch den "Korrekturfaktor" der EEG-Förderung steigen die Zahlungen um das 1,55-Fache.

Schneiders Strategie sieht den Bau von rund 2.000 neuen Windrädern bis 2030 vor, wodurch durch zusätzliche Ausschreibungen 12 Gigawatt Windleistung hinzukommen sollen. Das Ziel ist eine ausgewogenere Stromerzeugung zwischen Süd- und Norddeutschland, wo die Windverhältnisse deutlich besser sind. Ohne diese Anpassung befürchten Beamte, dass süddeutsche Regionen im Wettbewerb mit dem günstigeren Windstrom aus dem Norden ins Hintertreffen geraten.

Die Pläne stehen jedoch in der Kritik, da Deutschland bereits jetzt die höchsten Strompreise Europas hat. Energieintensive Industrien zahlen 2024 im Durchschnitt 10,5 Cent pro Kilowattstunde – ein Wert, der Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft schürt. Trotz Forderungen nach alternativen Lösungen hält Schneider am bisherigen Fördersystem fest.

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Der Ausbau der Windkraft in windschwachen Gebieten bleibt damit von anhaltenden Subventionen und neuen Ausschreibungen abhängig. Gelingt das Vorhaben, könnte der Bedarf an stromnetzübergreifenden Transporten sinken. Für Unternehmen könnte der Plan in den kommenden sechs Jahren jedoch weiteren Kostendruck bedeuten.

Quelle