Schwarz Digits baut Europas größte Cloud-Infrastruktur für digitale Souveränität
Admin UserSchwarz Digits baut Europas größte Cloud-Infrastruktur für digitale Souveränität
Europa kämpft um die Kontrolle über seine digitale Zukunft. Der Kontinent ist derzeit abhängig von ausländischen Technologien, Standards und großflächiger Infrastruktur, die vor allem von US-amerikanischen und chinesischen Unternehmen dominiert wird. Nun investiert ein großer deutscher Händler Milliarden, um ein eigenes Cloud-Ökosystem aufzubauen – und europäische Daten in Europa zu halten.
Schwarz Digits, die Technologietochter des Handelsriesen Schwarz Gruppe, hat Pläne für ein riesiges Rechenzentrum im brandenburgischen Lübbenau mit einem Volumen von 11 Milliarden Euro vorgestellt. Die Anlage soll 100.000 Grafikprozessoren (GPUs) beherbergen, die nicht nur interne Unternehmensdaten verarbeiten, sondern auch überschüssige Speicher- und Rechenkapazitäten an externe Kunden vermieten. Unter der Führung von Rolf Schumann und Christian Müller will die Sparte die Schwarz Gruppe vom Händler zum zentralen Anbieter digitaler Infrastruktur wandeln.
Das Projekt setzt auf Transparenz und digitale Souveränität. Schwarz Digits nutzt Open-Source-Technologie, um nachvollziehbare Datenflüsse und zugänglichen Quellcode zu gewährleisten. Dieser Ansatz passt zu Europas breiterem Streben nach digitaler Unabhängigkeit – und soll die Abhängigkeit von US-Cloud-Giganten wie Amazon Web Services, Microsoft und Google verringern, die gemeinsam fast 65 Prozent des weltweiten Marktes kontrollieren.
Um die neue Infrastruktur bilden sich bereits Partnerschaften. Uvision Europe wird auf STACKIT, der Cloud-Plattform von Schwarz Digits, souveräne Verteidigungstechnologie einsetzen. Der Sicherheitsanbieter CrowdStrike kündigte am 5. März 2026 an, seine Falcon-Security-Plattform mit STACKIT zu verknüpfen, um die Datenhoheit der EU zu garantieren. Gleichzeitig wird der Gesundheitsdienstleister Meierhofer sein Krankenhaus-Informationssystem M-KIS auf der souveränen Cloud betreiben. Schumann betont, dass KI nicht nur als Werkzeug, sondern als Produktivitätstreiber verstanden werden müsse, um ihr volles wirtschaftliches Potenzial zu entfalten.
Doch Europas Herausforderung geht über die Technologie hinaus. Während China mit staatlich gestützten Tech-Konzernen eigene Ökosysteme aufbaut, droht Europa in Sachen Standards, Skalierung und Wertschöpfung weiter zurückzufallen. Projekte wie das Rechenzentrum von Schwarz Digits sind ein direkter Versuch, diese Entwicklung umzukehren.
Die neue Anlage in Brandenburg wird enorme Datenmengen verarbeiten und gleichzeitig Dritten Dienstleistungen anbieten. Indem Schwarz Digits die Operationen in Europa hält, will das Unternehmen die digitale Souveränität des Kontinents stärken. Der Erfolg des Projekts könnte maßgeblich beeinflussen, wie andere europäische Unternehmen künftig mit Infrastruktur und Datenkontrolle umgehen.






