17 March 2026, 20:17

Schweitzer fordert Merz zu mehr Unterstützung für die kriselnde Chemieindustrie auf

Balkendiagramm, das die europäischen Kunststoffmarkttrends im Jahr 2017 veranschaulicht und von begleitendem Text ergänzt wird.

Schweitzer fordert mehr Engagement von Merz für chemischen Dialog - Schweitzer fordert Merz zu mehr Unterstützung für die kriselnde Chemieindustrie auf

Rheinland-Pfalz' Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat Bundeskanzler Friedrich Merz aufgefordert, stärkeren Einsatz für die angeschlagene deutsche Chemieindustrie zu zeigen. In einem Schreiben an den Kanzler kritisierte Schweitzer Verzögerungen bei der Regierungsinitiative Chemie-Dialog und warnte, dass Untätigkeit einen bereits unter Druck stehenden Schlüsselsektor weiter schwächen könnte.

Der Appell erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Belastungen für die Hersteller durch hohe Energiekosten, gestörte Lieferketten und steigende Rohstoffpreise. Branchenvertreter warnen zunehmend vor wachsenden Risiken für die Wettbewerbsfähigkeit.

Schweitzers Frustration richtet sich vor allem gegen die zögerliche Umsetzung des Chemie-Dialogs, eines Programms, das Deutschlands Position als führender europäischer Standort für Chemie, Pharmazie und Biotechnologie sichern soll. Trotz der Ankündigung der Koalition, den Sektor zu priorisieren, fehle es an konkreten Maßnahmen, so der Ministerpräsident.

Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Industrie-Strompreispolitik. Seit Beginn der Verhandlungen müssen große und mittlere deutsche Unternehmen im Jahr 2025 mit Kosten von 14,5 bis 18 Cent pro Kilowattstunde rechnen. Erst ab dem 1. Januar 2026 wurde für etwa 2.000 besonders energieintensive Betriebe in 91 Branchen mit einem Verbrauch von über einer Million Kilowattstunden jährlich ein subventionierter Preis von 5 Cent pro Kilowattstunde eingeführt – allerdings nur für 50 Prozent ihres Verbrauchs. Diese Regelung steht jedoch noch ausstehender EU-Genehmigung gegenüber.

Kritik übte Schweitzer auch an Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, der er vorwirft, nicht schnell genug auf die explodierenden Spritpreise reagiert zu haben. Besonders Pendler und kleine Unternehmen hätten die Folgen der gouvernementalen Zögerlichkeit zu spüren bekommen und übermäßig hohe Kosten tragen müssen.

Über die Energiefrage hinaus haben Branchenvertreter wiederholt auf weitere Herausforderungen hingewiesen. Der Konflikt im Iran belastet die Lieferketten, während stark gestiegene Rohstoffkosten in der Bau- und Chemieindustrie die finanzielle Situation zusätzlich verschärfen. Zwar liegen keine detaillierten Vergleichszahlen für Frankreich oder die Niederlande vor, doch bleiben die industriellen Strompreise in Europa deutlich höher als in den USA oder China – was die Sorge vor einer fortschreitenden Deindustrialisierung verstärkt.

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In seinem Schreiben an Merz betont Schweitzer die Dringlichkeit, die langjährigen Probleme des Chemie-sektors anzugehen. Ohne zügige Bundeshilfe drohen den Unternehmen weitere Belastungen durch hohe Kosten und instabile Lieferketten. Der Ausgang des Chemie-Dialogs und die noch ausstehende EU-Zustimmung zu den Stromsubventionen werden entscheidend für die künftige Stabilität der Branche sein.

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