02 April 2026, 10:16

Spätaussiedler aus Kasachstan: Rückgang auf unter 1.100 im Jahr 2025

Alter Umschlag mit einem deutschen Stempel von 1909, frankiert "Österreich - Deutschland - Deckblatt nach Deutschland - 7. August 1909".

Spätaussiedler aus Kasachstan: Rückgang auf unter 1.100 im Jahr 2025

Die Zahl der Spätaussiedler aus Kasachstan, die nach Deutschland einreisen, ist in den letzten 15 Jahren stark zurückgegangen. 2025 wurden im Grenzdurchgangslager Friedland, der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Niedersachsen, nur noch 1.079 Menschen aus dem Land registriert. Ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Zehntausenden, die in den vorherigen Jahrzehnten jährlich auswanderten.

In den 1990er-Jahren und Anfang der 2000er verließen jährlich Zehntausende ethnische Deutsche Kasachstan in Richtung Deutschland. Viele nutzten dabei das Rückkehrrecht nach Artikel 116 des Grundgesetzes und flohen vor der wirtschaftlichen Instabilität nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Auf dem Höhepunkt der Migration wurden Anfang der 2000er-Jahre über 38.000 Spätaussiedler aus Kasachstan pro Jahr in Friedland erfasst.

Bis 2010 war die Zahl bereits auf nur noch 508 gesunken. Strengere deutsche Einwanderungsgesetze spielten dabei eine zentrale Rolle, darunter die 1993 eingeführten Kontingentregelungen und die 2005 beschlossene Altersgrenze für nach 1992 Geborene. Auch die verbesserten wirtschaftlichen Bedingungen in Kasachstan, die bessere lokale Integration der deutschen Minderheit und ihre schrumpfende Bevölkerungszahl trugen zum Rückgang bei.

2025 verzeichnete Friedland insgesamt 4.238 Spätaussiedler, davon 1.079 aus Kasachstan. Im selben Jahr wurden 6.209 Anträge auf Anerkennung als Spätaussiedler geprüft, doch nur 3.700 wurden bewilligt. Friedland bleibt die einzige zentrale Registrierungsstelle in Niedersachsen und koordiniert zudem Integrationsmaßnahmen wie Sprach- und Orientierungskurse für Neuankömmlinge.

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Der kontinuierliche Rückgang der Spätaussiedler aus Kasachstan spiegelt größere Verschiebungen in den Migrationsströmen wider. Mit weniger als 1.100 Registrierten im Jahr 2025 unterstreicht dieser Trend die veränderten politischen Rahmenbedingungen und Lebensumstände in Deutschland wie in Kasachstan. Friedland steuert den Prozess zwar weiterhin, jedoch in einem deutlich geringeren Umfang als in den Jahrzehnten zuvor.

Quelle