Spritpreise explodieren: Warum Autofahrer in Deutschland jetzt besonders leiden
Admin UserSpritpreise explodieren: Warum Autofahrer in Deutschland jetzt besonders leiden
Spritpreise in Deutschland steigen weiter – und setzen Autofahrer und Unternehmen unter Druck
Die anhaltenden Spannungen im Iran haben die globale Ölversorgung gestört und treiben die Kraftstoffkosten weltweit in die Höhe. Währenddessen geben sich Regierung und Mineralölwirtschaft gegenseitig die Schuld für die stark gestiegenen Preise an den Zapfsäulen.
Schon vor den aktuellen Krisen im Nahen Osten lagen die Spritpreise in Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern auf hohem Niveau. Im Jahr 2025 kostete Super E10-Benzin im Schnitt 1,688 Euro pro Liter, während Diesel etwas günstiger war – allerdings immer noch teurer als in Nachbarländern wie Luxemburg. Ein großer Teil der Kosten entfiel auf Steuern und Abgaben: Auf Benzin schlugen Energiesteuern mit 65,4 Cent pro Liter zu Buche, auf Diesel mit 47,0 Cent, hinzu kam eine CO₂-Abgabe von bis zu 20,5 Cent.
Der Krieg im Nahen Osten hat die Lage nun weiter verschärft. Wirtschaftsministerin Katerina Reiche warnte, dass Deutschland ab Ende April mit Kraftstoffengpässen rechnen müsse, falls sich der Konflikt hinzieht. Da die meisten Raffinerien und Tankstellen unabhängig agieren, richten sich die Preisschwankungen nach den globalen Märkten für Fertigprodukte – und nicht allein nach dem Rohölpreis.
Angesichts der wachsenden Unzufriedenheit in der Bevölkerung veröffentlichte der Branchenverband en2x – Wirtschaftsverband Fuels and Energy eine "Realitätscheck"-Analyse zu den Spritpreisen. Darin heißt es, nicht die Gewinne der Industrie, sondern Steuern trieben die Kosten in die Höhe: Abgaben machten zwei Drittel des Benzinpreises und mehr als die Hälfte des Dieselpreises aus. Das Finanzministerium unter Lars Klingbeil hält jedoch dagegen: Der Staat profitiere nicht von den hohen Preisen.
Die Bundesregierung hat erste Maßnahmen angekündigt, um die Belastung zu verringern – konkrete Details stehen jedoch noch aus. Für Autofahrer gibt es vorerst keine Entlastung, denn die Preise klettern weiter nach oben.
Da Steuern einen Großteil der Spritkosten ausmachen und die globalen Lieferketten unter Spannung stehen, ist nicht mit einem baldigen Rückgang der Preise zu rechnen. Die geplanten staatlichen Hilfen könnten zwar etwas Abhilfe schaffen – doch der anhaltende Nahost-Konflikt und die hohen Abgaben werden den Druck auf die Bezugsfähigkeit von Kraftstoffen weiter aufrechterhalten.






