Stadtrat stoppt umstrittene Fusion der Wolfenbütteler Bibliotheken
Ein Plan zur Fusion der Wolfenbütteler Stadtbücherei mit dem Kreisvolkshochschul-Zentrum ist vom Stadtrat abgelehnt worden. Die CDU-Fraktion hatte den Vorschlag eingebracht und damit argumentiert, dass er Kosten sparen und die Abläufe effizienter gestalten würde. Beamte hatten bereits im Vorfeld erwartet, dass der Antrag keine Mehrheit finden würde.
In Wolfenbüttel gibt es derzeit drei zentrale Bibliotheken: die historische Herzog August Bibliothek, die städtische Stadtbücherei sowie die Bibliothek der Kreisvolkshochschule. Der CDU-Plan sah vor, die Bestände der beiden letzteren zusammenzuführen und in ein neues Gebäude in der Nähe des Bahnhofs zu verlegen. Dadurch hätte sich auch der logistische Aufwand für den Transport von Büchern zwischen dem Bildungszentrum und dem Büchereibus verringert.
Hauptgrund für den Vorschlag war die angespannte Haushaltslage von Stadt und Landkreis. Befürworter argumentierten, die Zusammenlegung der Bibliotheken würde helfen, das Defizit der Volkshochschule – das bei etwa 6,2 Millionen Euro liegt – zu stabilisieren oder sogar zu verringern. Zudem würde eine Bündelung der kulturellen Angebote im Bereich der Harzstraße die vorhandenen Ressourcen besser nutzen.
Trotz dieser Argumente lehnte der Stadtrat den Plan ab. Die Herzog August Bibliothek hat sich bisher nicht öffentlich zum Beschluss oder zu den finanziellen Herausforderungen der anderen Einrichtungen geäußert.
Mit der Ablehnung des Vorhabens bleibt der Status quo in Wolfenbüttels Bibliothekslandschaft vorerst erhalten. Das Defizit der Volkshochschule verbleibt bei 6,2 Millionen Euro, und alternative Sparmaßnahmen wurden bisher nicht bekannt gegeben. Die Entscheidung des Stadtrats bedeutet, dass das bestehende System vorerst unverändert bleibt – ohne unmittelbare Auswirkungen auf die Bibliotheksangebote.






