19 April 2026, 20:17

Streit um geplantes Abschiebezentrum am Münchner Flughafen entbrannt

Eine Liniendiagramm, das die Anzahl der Personen, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Streit um geplantes Abschiebezentrum am Münchner Flughafen entbrannt

Pläne für ein neues Abschiebezentrum in der Nähe des Münchner Flughafens haben Kritik von Politikern und Hilfsorganisationen ausgelöst. Im Mittelpunkt der Bedenken stehen mangelnde Transparenz, das Ausmaß der Abschiebungen und die möglichen Folgen für Asylsuchende. Gegner befürchten, dass die Einrichtung München zu einem zentralen Knotenpunkt für Abschiebungen machen könnte.

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Johannes Becher, Grünen-Abgeordneter im bayerischen Landtag, hat mehrfach Einwände erhoben. Er wirft dem Projekt Intransparenz vor und warnt davor, dass München zu einem Hauptstandort für Abschiebungen werden könnte. Becher betont, dass Abschiebungen nur als letztes Mittel bei verurteilten Straftätern angewendet werden sollten – nicht bei gut integrierten Menschen mit festem Arbeitsplatz.

Stephan Griebel, Sprecher der Freiwilligen-Hilfsnetzwerke in Freising, teilt diese Sorgen. Er fürchtet, dass das Terminal als eine Art zweites Migrationszentrum fungieren und Menschen damit effektiv vom Asylverfahren ausgeschlossen werden könnten. Statt den Bau der Einrichtung voranzutreiben, setzt sich Griebel für eine Ausweitung der Programme zur freiwilligen Rückkehr ein.

Florian Herrmann von der CSU verweist unterdessen auf Daten der Bundespolizei, zufolge derer in Deutschland rund 260.000 Menschen mit vollziehbaren Abschiebebescheiden leben. Benno Zierer, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler (FW), kritisiert die geplante Steigerung der Abschiebungen als unverhältnismäßig hoch.

Das geplante Abschiebezentrum bleibt umstritten – Kritiker hinterfragen seine Notwendigkeit und die ethischen Konsequenzen. Die Debatte dreht sich weiterhin darum, ob Abschiebungen Priorität haben sollten oder ob alternative Lösungen wie freiwillige Rückkehren sinnvoller wären. Das Ergebnis könnte Münchens Rolle in der deutschen Migrationspolitik prägen.

Quelle