Teleshopping-Pionier Channel21 meldet überraschend Insolvenz an
Teleshopping-Sender Channel21 meldet Insolvenz an
Nach Jahren sinkender Zuschauerzahlen und wachsender Konkurrenz hat der deutsche Teleshopping-Sender Channel21 Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Hannover leitete am 25. März 2026 vorläufige Insolvenzverfahren ein und bestellte die Rechtsanwältin Dr. Stefanie Zulauf zur vorläufigen Insolvenzverwalterin. Zu ihren Aufgaben gehört es, wichtige Entscheidungen zu überwachen und zu prüfen, ob der Sender seinen Betrieb fortsetzen kann.
Channel21 war 2001 unter dem Namen RTL Shop gestartet worden, bevor er 2008 an einen Finanzinvestor verkauft wurde. In den vergangenen fünf Jahren hatte sich die Marktposition des Senders zunehmend verschlechtert, da die Nutzung des linearen Fernsehens zurückging und Online-Handelsplattformen an Bedeutung gewannen. Die gerichtliche Entscheidung folgt auf eine Phase finanzieller Anspannung – Gläubiger dürfen nun nur noch unter Aufsicht des Gerichts Zahlungen leisten.
Die Insolvenz erfolgt inmitten einer generellen Krise der Teleshopping-Branche. Erst vor wenigen Wochen war der österreichische Konkurrent Mediashop zusammgebrochen – ein weiteres Zeichen für den strukturellen Niedergang der Sparten-Sender. Bisher haben sich keine überzeugenden alternativen Geschäftsmodelle entwickelt, um die sinkenden Umsätze auszugleichen.
Dr. Zulauf wird nun prüfen, ob eine Sanierung des Unternehmens möglich ist oder ob der Betrieb eingestellt werden muss. Ihre Zustimmung ist für alle wichtigen Unternehmensentscheidungen zwingend erforderlich.
Das Eingreifen des Gerichts markiert einen Wendepunkt für Channel21 nach 25 Jahren am Markt. Die Ergebnisse der Verwalterin werden zeigen, ob der Sender überleben kann oder ob seine Schließung unvermeidbar wird. Gläubiger und Mitarbeiter warten derweil auf weitere Weisungen, während das Verfahren läuft.






