VW-Werk Osnabrück könnte bald Raketenabwehrsysteme für Israel bauen
Volkswagen führt derzeit fortgeschrittene Verhandlungen mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael, um sein Werk in Osnabrück für die Produktion von Raketenabwehrsystemen umzurüsten. Die Fabrik, in der derzeit der VW T-Roc Cabrio gefertigt wird, könnte bald Komponenten für das Luftabwehrsystem Iron Dome herstellen. Die deutsche Regierung unterstützt das Vorhaben, das Tausende Arbeitsplätze sichern könnte, die nach dem geplanten Auslaufen des Modells bis 2027 gefährdet sind.
Der Standort Osnabrück beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter, steht jedoch vor Unsicherheiten, da Volkswagen die Automobilproduktion zurückfährt. Der T-Roc Cabrio, das Hauptprodukt des Werks, wird voraussichtlich bis Mitte 2027 nicht mehr vom Band rollen, was die Zukunft der Fabrik infrage stellt. Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall hatte erwogen, die Anlage zu übernehmen, um gepanzerte Fahrzeuge zu bauen, zog sich jedoch nach einer Kapazitätsprüfung zurück.
Rafael bietet nun eine mögliche Rettung. Das israelische Unternehmen, eines der drei größten Rüstungsunternehmen des Landes mit einem Umsatz von 4,3 Milliarden Euro im Jahr 2024, plant, das Werk für die Fertigung nicht-raketentechnischer Iron-Dome-Komponenten zu nutzen. Dazu gehören schwere Lkw für den Raketentransport, Startvorrichtungen und Generatoren. Bei einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen könnte die Produktion innerhalb von 12 bis 18 Monaten anlaufen.
Deutschland wurde aufgrund seiner starken Tradition im Maschinenbau und der israelFreundlichen Haltung ausgewählt. Rafael strebt an, das Iron-Dome-System an europäische Regierungen zu verkaufen, darunter auch an Deutschland, das bereits das israelische Arrow-3-Raketenabwehrsystem nutzt. Auch die Tschechische Republik hat Interesse an der Anschaffung des Systems signalisiert, insbesondere seit Russlands Invasion in der Ukraine die regionalen Sicherheitsbedenken verschärft hat.
Die Vereinbarung könnte den Großteil der Arbeitsplätze in Osnabrück sichern und möglicherweise sogar neue schaffen. Für Volkswagen, das nach enttäuschenden Finanzzahlen für 2025 mit Schwierigkeiten kämpft, bedeutet der Wandel von der Automobil- zur Rüstungsproduktion einen tiefgreifenden Wandel. Falls das Vorhaben umgesetzt wird, würde das Werk zu einem zentralen Zulieferer für die wachsende Nachfrage nach Luftabwehrsystemen in Europa.






