27 March 2026, 14:25

Wie Misstrauen gegen Institutionen die Politik radikal verändert

Ein Plakat mit einem zentralen Baum, umgeben von Gesichtern, mit dem Text "Der politische Cluster im Terrorismus" unten.

Wie Misstrauen gegen Institutionen die Politik radikal verändert

Ein neues Buch des Soziologen Aladin El-Mafaalani untersucht, warum das Misstrauen gegenüber Institutionen wächst – und wie es die Politik prägt. In "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Menschen, die Mainstream-Medien, Wissenschaft und Demokratie ablehnen, zunehmend durch geteilte Skepsis zusammenfinden. Seine Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf den Aufstieg des Rechtspopulismus in Deutschland und darüber hinaus.

El-Mafaalani, der in Dortmund forscht, argumentiert, dass misstrauische Einzelne nicht isoliert bleiben. Stattdessen bilden sie enge Gruppen – "Gemeinschaften des Misstrauens" –, in denen das gemeinsame Misstrauen gegenüber traditionellen Autoritäten ihre Bindung stärkt. Diese Netzwerke unterstützen oft politische Bewegungen, die ihre Ablehnung der liberalen Demokratie spiegeln.

Digitale Medien haben es solchen Gruppen einfacher gemacht denn je, sich zu vernetzen und zu organisieren. Während früher Skepsis oft zersplittert war, ermöglichen Online-Plattformen heute Gleichgesinnten, sich zu vereinen und ihre Ansichten zu verstärken. Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) hat von diesem Wandel profitiert, insbesondere bei jüngeren Wählern, die sich alternativen Medien statt etablierten Nachrichtenquellen zuwenden.

Die Analyse des Soziologen stellt gängige Annahmen infrage, wie man Populismus begegnen kann. Er warnt, dass bloße Enthüllungen über die Inkompetenz oder Widersprüche der AfD das Vertrauen in die Demokratie bei ihren Anhängern nicht wiederherstellen werden. Stattdessen deutet seine Arbeit darauf hin, dass differenziertere Strategien nötig sind, um die tieferen Ursachen des Misstrauens zu bekämpfen.

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El-Mafaalani Erkenntnisse reichen über Deutschland hinaus und bieten Erklärungen für den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump. Seine Forschung zeigt, wie populistische Führer gezielt das Vertrauen in Gerichte, Wissenschaft und Medien untergraben – und so den Nährboden für ihre eigenen Bewegungen schaffen.

Das Buch liefert einen Rahmen, um zu verstehen, warum Misstrauen bestehen bleibt und wie es politische Landschaften umgestaltet. Indem El-Mafaalani die Verbindungen zwischen Skepsis, digitaler Vernetzung und populistischem Erfolg nachzeichnet, weist seine Arbeit auf neue Ansätze hin, um das öffentliche Vertrauen wiederaufzubauen. Seine Erkenntnisse haben bereits Diskussionen unter Politikern und Kommentatoren angestoßen, darunter Peter Unfried, Chefredakteur des Magazins "FUTURZWEI".

Quelle