24 June 2026, 20:12

Wie Opernhäuser mit Instagram ihr Image revolutionieren – und die Musik verlieren

Die Neue Kitschigkeit

Wie Opernhäuser mit Instagram ihr Image revolutionieren – und die Musik verlieren

Große Opernhäuser setzen zunehmend auf Instagram, um neues Publikum zu gewinnen. Doch statt Musik stehen oft Lifestyle-Themen im Mittelpunkt – eine Entwicklung, die das Image der Oper nachhaltig verändert.

Die Wiener Staatsoper präsentiert auf ihrem Account die Moderatoren Hemma und Jakob, die in unterhaltsamen Tutorials erklären, wie man in der Pause bestellt, sich kleidet oder welche Benimmregeln gelten. Hier wird Oper mit Genuss und Gesellschaftstipps vermischt – locker und spielerisch.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Bayerische Staatsoper geht einen anderen Weg: Ihr Feed konzentriert sich auf die Musik selbst, mit Gesprächen zwischen Künstlern und Dirigenten. Allerdings stoßen die Auftritte von Holger Noltze auf Kritik – sie wirken altbacken und herablassend.

Die Staatsoper Berlin nutzt Instagram vor allem, um Sponsoren zu bedienen. BMW wird häufig erwähnt, und Intendantin Elisabeth Sobotka bedankt sich regelmäßig. Daneben taucht Opera Bert in verschiedenen Feeds auf, meist in humorvollen oder leichten Beiträgen.

Die Festspielhaus Baden-Baden inszeniert sich als entspannte Location: Klassik wird hier mit Aperol Spritz, Sundowner und DJ auf der After-Show-Terrasse kombiniert. Junge Influencer werben in diesen Accounts weniger für künstlerische Tiefe als für Drinks, Dresscodes und „Überlebenstipps“.

Opernhäuser vermarkten sich heute über Lifestyle-Inhalte. Mode, Essen und Geselligkeit rücken in den Vordergrund – die Musik gerät zur Nebensache. Für viele Follower wird Oper so zur bloßen Unterhaltung und zum Konsumgut.

Quelle