WM 2026: Deutschlands ungelöste Schwächen vor dem Paraguay-Spiel
Deutschland geht mit ungelösten Schwächen in die WM
Die deutsche Nationalmannschaft startet mit offenen Baustellen im Kader in die Weltmeisterschaft. Die Vorbereitung stand zwar bewusst im Zeichen des Sports statt der Politik, doch die Probleme auf dem Platz bleiben sichtbar. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat vor dem Spiel gegen Paraguay bereits Defizite in der Physis und in Zweikämpfen eingeräumt.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte sich für die WM 2026 eine ruhige Turniervorbereitung gewünscht – mit Fokus auf den Fußball und ohne äußere Ablenkungen. Doch das Schweigen der Mannschaft zu politischen Themen hat die Aufmerksamkeit nur noch stärker auf die sportlichen Leistungen gelenkt. Die Ergebnisse in der Vorrunde spiegelten diese Unbeständigkeit wider: Ein Sieg gegen Curaçao wurde von schwachen Auftritten gegen die Elfenbeinküste und Ecuador gefolgt.
Nagelsmann selbst hatte vor der Partie gegen Paraguay die Mängel in körperbetonten Duellen und Einzelsituationen benannt. Auch DFB-Direktor Rudi Völler warnte vor der Gefahr eines Scheiterns in diesem Spiel und unterstrich damit die grundsätzlichen Schwierigkeiten des Teams. Historisch betrachtet hat Deutschland oft gegen favorisierte Gegner überzeugt, scheiterte aber regelmäßig an taktisch disziplinierten Mannschaften.
In der Offensive fehlt es an Variabilität – die meisten Spieler setzen auf kurzes, kombinatives Passspiel. Als Ausnahmen glänzten jedoch Deniz Undav und Jamal Musiala mit ihrer Explosivität und Dynamik. In der Defensive bleiben Lücken, besonders im Tor mit Manuel Neuer. Der DFB und die deutsche Öffentlichkeit hatten diese strukturellen Probleme in den vergangenen Weltmeisterschaften möglicherweise zu lange ignoriert.
Der bisherige Turnierverlauf hat die klaren Grenzen der Mannschaft in Angriff und Abwehr offenbart. Die Abhängigkeit von einem engen Spielsystem und die defensiven Schwächen könnten den weiteren Turnierweg prägen. Ob Deutschland diese Defizite beheben kann, wird über den Erfolg gegen stärkere Gegner entscheiden.
