Zuckergehalt in Kindergetränken steigt – trotz gegenteiliger Regierungsangaben
Admin UserZuckergehalt in Kindergetränken steigt – trotz gegenteiliger Regierungsangaben
Eine neue Studie zeigt, dass der Zuckergehalt in kindgerechten Erfrischungsgetränken seit 2019 stark angestiegen ist. Trotz Regierungsangaben über Fortschritte belegen interne Berichte deutlich geringere Reduktionen als behauptet. Nun entfacht ein geplanter Zuckersteuer-Plan für 2028 eine Debatte über Transparenz und Wirksamkeit.
Laut der Erhebung aus dem Jahr 2024 enthielten Getränke mit kindgerechtem Design 23 Prozent mehr Zucker als noch 2019. Gleichzeitig verkündete das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Senkung des Zuckeranteils um 15 Prozent bei marktrelevanten Getränken im Zeitraum von 2018 bis 2024. Interne Unterlagen zeigten später jedoch, dass der tatsächliche Rückgang lediglich 9,1 Prozent betrug.
Das Ministerium räumte Unsicherheiten bei der 15-Prozent-Angabe ein und verwies auf Einschränkungen bei der Stichprobenauswahl und Methodik. Kritiker werfen der Behörde vor, mit der Aussage in die Irre zu führen, da sie sich nur auf einen gewichteten Durchschnitt bestimmter Getränke – nicht auf das gesamte untersuchte Sortiment – bezog. Luise Molling von der Verbraucherorganisation Foodwatch warf den Verantwortlichen vor, die Fortschritte der Industrie zu übertreiben, um strengere Regulierungen zu umgehen.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigte die geplante Zuckersteuer als sowohl ertragsbringende als auch gesundheitspolitische Maßnahme. Ab 2028 soll die Abgabe voraussichtlich 450 Millionen Euro jährlich einbringen. Getränke mit weniger als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter könnten von der Steuer befreit werden, während stark gezuckerte Produkte mit 26 bis 32 Cent pro Liter belastet würden.
Das Ministerium wies Vorwürfe der Täuschung zurück, bestätigte jedoch, dass der Zuckergehalt in allen untersuchten Getränken seit 2022 nicht weiter gesunken sei. Details zum Steuerentwurf bleiben vorerst unter Verschluss, während die Verhandlungen andauern.
Ziel der geplanten Zuckersteuer ist es, den Konsum zu reduzieren und gleichzeitig Gesundheitsinitiativen zu finanzieren. Angesichts der zunehmenden Süße kindgerechter Getränke stellen Kritiker infrage, ob freiwillige Branchenzusagen gescheitert sind. Die Regierung betont, die Abgabe werde ab 2028 sowohl fiskalische als auch präventive Ziele verfolgen.






